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Segeln vom Feinsten

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nach längerer Motorfahrt, 2 Tagen vor Anker in Aveiro und einer Probefahrt im Nebel. Aber der Reihe nach. Nach dem Start in Leixões sah es zunächst gar nicht gut aus. Kein Wind und dazu noch aus der falschen Richtung.

 

Einige Stunden modern (Betonung auf der ersten Silbe) mussten wir hinnehmen, bevor es kontinuierlich besser wurde mit Am-Wind-Segeln bei einem leichten Hauch fast direkt auf die Nase, bis hin zur Rauschefahrt vor dem Wind mit der Genua. Hier muss ich es jetzt mal loswerden, vielleicht liest ja doch ein potenzieller Sponsor mit: So schön, wie es ist, sich mit der weit offenen Genua vom Windpiloten vor demWind schaukeln zu lassen, so deutlich wird hierbei meine teilweise mangelhafte Ausstattung. Die Genua ist halt nicht optimal für solche Kurse. das ideale Segel vor dem Wind wäre ein Parasail oder wenigstens ein Blister. Ein Blick auf mein Konto zeigt mir jedoch sofort, dass ich mich demnächst auf der Passatroute mit suboptimalen Bedingungen zurechtfinden muss. Aber ich will nicht jammern, besser so, als gar nicht. - In Aveira gibt es keine Marina für die Öffentlichkeit, da ich nicht weiterfahren wollte, kam nun die Stunde der Wahrheit. Meine selbstgebastelte Ankereinrichtung kam auf den Prüfstand.

In Aveiro I anchored the first time on this trip with Frigga. Since A Coruna I worked at this equipement (box for the chain and so on...) and finished it in Camarinas. At this place I had no choice, there is no marina for guests. Everything was alwright and during the second day, when I couldn't go on because of heavy fog, I had a lot of fun with my Dinghi. Yesterday was a perfect day for sailing, we reached Figueira  du Foz a few minutes after sunset after a few hours of sailing with more than 5 knots in really nice weather.

Die Bedingungen waren ideal, alles war total easy und weil es so schön war, das ganze gleich zweimal. Nach der ersten Nacht bot sich beim ersten morgendlichen Rundumblick ein ziemlich ungewohntes Bild. Nämlich so gut wie gar keins. Sichtweite vielleicht 20m. Ans Losfahren nicht zu denken. Gegen Mittag kam dann die Sonne durch, ein leichter Nordwind dazu, da meine Routenplanung noch in die Zeit passte, verließ ich optimistisch den etwas landeinwärts gelegenen Ankerplatz Richtung offener See. Etwa eine Stunde ist man unterwegs (mit einer Vega), bis man am Molenkopf vorbei und damit wieder draussen ist. Auf dieser Strecke nach Westen änderte sich das Wetter, als würde ich in einer Zeitmaschine einen halben Tag zurückreisen. Kurz rausgeschnuppert auf den Atlantik, kurzer innerer Kampf (auf meinem Laptop sehe ich schließlich klar, wo ich bin und wo ich langfahre), dann die Entscheidung zurückzukehren und ein zweites Mal zu ankern. Natürlich dort wieder in strahlendem Sonnenschein. So kam dann auch mein Dinghi zum Einsatz, wenn schon zurück, wollte ich natürlich auch mal an Land. Hat alles funktioniert und Spaß gemacht.

Gestern nun also weiter nach Figueira da Foz, ca. 34sm, also schlimmstenfalls 7 Stunden modern. Danach sah es anfangs erst aus, aber ich rechnete damit, dass ab mittag wenigstens etwas Wind aufkommen würde. Der Wetterbericht stützte diesen Optimismus zudem. Was langsam anfing war am späten nachmittag geeignet, Begeisterungsstürme bei der Crew zu entfachen. Raumschots mit ausgebaumter Genua, wobei der Baum aus einer von Klemens (Vorbesitzer der Frigga) umgebauten Wäschespinne besteht, und vorsichtshalber mit Bullenstander gesichertem Groß bretterten wir mit 5,7kn in 2sm Abstand die portugiesische Küste entlang. Kurz vorm Ziel, am Cabo Mondego ging's nochmal richtig zur Sache, 6,5kn über Grund. Damit war es vorbei, als wir nach Rundung des Kaps in dessen Windschatten kamen und so schafften wir es nicht ganz vor Einbruch der Dunkelheit den Hafen zu erreichen.

Zum Glück reichte das Licht aber noch aus, um zu erkennen, dass die realen Gegebenheiten entscheidend von denen in meinem Nav-Programm und auch der Beschreibung der Ansteuerung im Reeds Nautical Almanac, Ausgabe 2009 abwich. Die nördliche Hafenmole wird gerade verlängert und ist schon ein erhebliches Stück weit fertig gestellt. Wäre ich stur nach meiner Kartendarstellung im Laptop gefahren (wozu ich bei Dunkelheit neige), wären wir voll drauf gebrummt. Naja, wahrscheinlich hätte ich es noch rechtzeitig mitgekriegt, aber trotzdem, Warnung an dieser Stelle an alle Nachfolger in dieser Saison.

Leider funktioniert der Hotspot in der Marina nicht, so dass ich diese Zeilen in der Tourist-Information schreibe, und die machen gleich zu. Bis demnächst...

 

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