So wie wir in Portosin angekommen waren, ging es auch weiter, im Regen. Immerhin lag dazwischen ein ganzer Tag, der mir mit einigen Sonnenstunden einen Ausflug nach Noia ermöglichte.
Noia ist eine Kleinstadt mit einem historischen Stadtkern, der an Santiago de Compostella erinnert. Ganz nett, man muss sich aber nicht allzu sehr grämen, wenn man es nicht gesehen hat. Der Aufbruch am nächsten Morgen brachte mich an den Rand eines Herzinfarktes. Nicht wegen des Regens natürlich.


Am Abend zuvor hatte ich mich vergewissert, dass der Schalthebel funktioniert. Alles bestens. Dann der Start. Motor an, vorsichtshalber im Leerlauf nur mit Standgas, also nicht ausgekuppelt. Tatsächlich sprang er auch relativ schnell an, lief nur mit Standgas etwas unrund. Macht nichts. Rückwärtsgang rein, etwas Gas, um aus der Box herauszukommen, gleich wieder zurück in den Leerlauf, um nicht zu schnell zu werden. Nanu, wieso geht das jetzt so leicht? Der Hebel ließ sich ohne Widerstand in beide Richtungen bewegen, die Drehzahl erhöhte sich auch dementsprechend, nur, es ging kein Gang rein, überall Leerlauf. In Folge des Radeffekts beschrieben wir Rückwärts eine Kurve nach Steuerbord in die nächste Boxengasse hinein. Natürlich nicht hinein und dann geradeaus schön in der Mitte, nein, der Bogen ging weiter, noch dazu mit wachsender Geschwindigkeit. Also auf die in den Boxen liegenden Luxusyachten drauf zu. Panisch versuchte ich alles, um einen Gang rein zu kriegen und drückte die Pinne bis zum Anschlag nach Steuerbord und, oh Wunder, Frigga beendete die Kurvenfahrt nach Steuerbord etwa einen halben Meter bevor es gekracht hätte und schlug die andere Richtung ein. Rückwärts nach backbord, das hatte sie noch nie gemacht. Irgendwie muss der Prop im Leerlauf die Drehrichtung gewechselt haben. Egal, das verschaffte mir ein bisschen Zeit, bevor wir den Yachten in den gegenüberliegenden Boxen zu nahe kamen. Viel war das auch nicht, aber es reichte. Plötzlich griff der Schalthebel wieder, der Vorwärtsgang rastete ein und mit Vollgas konnte ich die unkontrollierte Rückwärtsfahrt rechtzeitig beenden. Ich glaube, es hat den ganzen Vormittag gedauert, bis ich mich von diesem Schock erholt hatte. Die weitere Fahrt verlief unspektakulär, mit dem letzten Büchsenlicht erreichten wir Baiona.
After another hassle with my throttle-/gear shift, which almoust brought me a heart attack, because starting in the marina of Portosin I averted a desaster by a hair, I reached Baiona with sunset on Saturday.


Das Anlegen war unproblematisch, in der übersichtlichen Anlage konnte ich mir weit voraus die passende Box für alle Eventualitäten aussuchen, Notmanöver einplanen usw. war aber alles nicht nötig, der Schalt- Gashebel funktionierte einwandfrei.

On the one hand I would have liked to visit the town, on the other hand I finally wanted to reach Portugal. The weather was fine for going on today, so I made another 30 miles to south. Now I'm in Viana do Castelo, next stop will be Porto.
Mehr als die Marina habe ich nicht von Baiona gesehen, vielleicht schade, aber irgendwie zog es mich weiter, Portugal war zum Greifen nahe. 24 Stunden nach der Ankunft in Baiona sitze ich also in Viana do Castelo in dem 20m vom Liegeplatz der Frigga entfernten Café mit Hotspot, da dieser dummerweise eine extrem begrenzte reichweite hat. Auch gut, es ist ganz angenehm hier drinnen und über 1,20 für ein Bier kann man sich auch nicht beklagen. Die Fahrt hierher war fast perfekt, hatte nur einen Schönheitsfehler. Der Wind kam aus direkt von hinten, war aber so schwach, dass uns die Wellen, die nicht ganz genau unsere Richtung hatten von hinten überholten und dabei für ein elendes Geigen sorgten. Da ich immernoch keinen Spibaum besitze, flappte die Genua also wild hin und her, es blieb nichts anderes übrig, als den Motor mitlaufen zu lassen, um die optimale Geschwindigkeit für eine stabile Lage einzustellen. Das gelang, und das beste daran war, dass der Windpilot damit keine Schwierigkeiten hatte und mir für den Tag frei gab. Erst auf der Zielgeraden frischte der Wind auf, dann gleich auf 22kn, so dass wir dann ohne Motor 6,5 kn drauf kriegten. Der kleine Hafen in Viana do Castelo dann total überfüllt, aber, wie schon mal erwähnt, für eine kleine Vega findet sich immer noch ein Plätzchen (Bildmitte, rechts daneben mit den Flaggenmasten und Sonnenschirmen die Terrasse des Cafés).












