oder Hasenfuß von mir aus, aber ich fand es richtig umzukehren, zurück nach A Coruña. "Windfinder" und "WindGURU" (Wetterseiten im Internet) hatten etwas untertrieben mit ihren Angaben, "PassageWeather" passte mit der groben Einstufung der Region in Gelb (ist noch nicht so schlimm, es gibt auch noch Orange und Rot) und das "Streckenwetter Englischer Kanal bis Gibraltar" vom DWD ließ mit den Angaben für den Abschnitt um Kap Finisterre von vornherein Zweifel aufkommen, ob der Törn zu diesem Zeitpunkt vernünftig ist. Immerhin sollte es demnach am Kap mit 7-8 aus Nord wehen, in Böen 9. Allerdings etwa um Mitternacht herum, während ich für unsere Ankunft dort 5 Uhr morgens geschätzt hatte. Wie auch immer, um erstmal dorthin zu kommen, muss man von A Coruña aus zunächst ca. 20sm nach Westen, dann nochmal ca. 30sm nach Südwesten segeln. Wir hatten Nord, angesagt mit 5-6, also strammen Halbwind. Zwei Stunden nach der Abfahrt wusste ich, dass die Böen mit 7 Dauerzustand waren, was sich in eine eigentlich ganz erfreuliche Geschwindigkeit von knapp 7kn unter zweifach gerefftem Groß und halb weggerollter Fock umsetzen ließ. Dummerweise kamen die Wellen auch von Norden, etwa 3-3,5m hoch. Was für ein Gerolle, welch atemberaubende Schräglagen. Akrobatische Einlage, Groß runterholen, sehen, wie's dann läuft. Immerhin noch über 5kn nur mit der halben Fock. An dem Gerolle änderte das nichts. Auf diese Weise noch 20sm? Nee, nicht mit mir. RAAATSCH machte es plötzlich, und die Fock hatte das Zeitliche gesegnet. So ein Mist. Abgesehen von dem schmerzlichen Verlust war die Motorfahrt zurück unter diesen Bedingungen gelinde gesagt höchst ungemütlich. Also für den Laien: Ohne Segel, nur unter Motor ist so ein Segelboot den Wellen fast hilflos ausgeliefert, während sich jeder Fetzen Segel stabilisierend auswirkt. Aber das Groß erneut zu setzen kam nicht in Frage, aus eben denselben Gründen. Normalerweise fahre ich mit Fock und Windfahnensteuerung hoch am Wind, um dann in Ruhe am Mast arbeiten zu können. Das fiel ja nun aus und Pinne festlaschen, um dann auf dem tanzenden Schiff an den Mast usw., also nee...
So, wir sind nun wieder hier, wann und wie's weitergeht weiß ich noch nicht. Erstmal genehmige ich mir einen gepflegten Single Malt, lege mich in die Koje und höre von Brahm's das Concerto In D For Violin & Orchestra Movement I Allegro Non Troppo mit Itzhak Perlman & Chicago Symphony.












