Jetzt sind's schon fast zwei Wochen Landurlaub, geplant war eine Woche.Tja, meine Baustelle, die ich hier aufgemacht hatte war kniffliger, als ich dachte. In Braunschweig hatte ich es nicht mehr geschafft, Ankerwinde, Ankerwippe, Kette usw. am und im Bug zu montieren, hatte das ganze Gedöns erstmal irgendwo im Boot verteilt. Der größte Aufwand bei dieser ganzen Aktion war der Bau eines Gehäuses inklusive Decksdurchführung in der Bugspitze für die 50m Ankerkette. Ich hatte also einen Bereich des Innenraumes abzuteilen und praktisch zum Außenraum zu machen, da ja in Folge der nötigen Decksdurchführung der Kettenkasten oben eine permanente Öffnung hat, in die ungehindert Wasser einströmen kann. Das vorhandene Schott diente bisher lediglich zur Aussteifung, die Anschlüsse rundum an den Rumpf waren nicht wasserdicht und am Schott selbst eine große Öffnung, um diese Sektion als Stauraum nutzen zu können. Die naheliegende Idee war nun, die Anschlüsse an den Rumpf umlaufend von innen mit anlaminierten Glasfasermatten zu versiegeln, anschließend an der tiefsten Stelle ein Loch nach außen zum Ablaufen des Wassers zu bohren und als Ketteneinführung ein Stück Wasserrohr von der Ankerwinde aus durch das Deck und das Schott zu verlegen. Im Prinzip alles richtig, ist auch jetzt so geworden. Die Schwierigkeiten begannen mit dem Entfernen der Kunststoffauskleidung mit Schaumgummirücken in der Bugsektion. Das Mistzeug wollte sich nur durch Bearbeiten mit der Ziehklinge in winzigen Stückchen vom Rumpf trennen.

Runter musste es natürlich, damit anschließend das Epoxidharz haftet. Bei der Gelegenheit stellte ich fest, dass der transparente Schlauch zwischen Trinkwassereinfüllstutzen an der Bugspitze und Trinkwassertank keinen Durchblick auf klares H2O zuließ, sondern auf eine sehr verdächtige innere Beschichtung in schwarz mit weißen Punkten. Also Austausch gegen neu, vorher ausfindig machen, woher, Zeitaufwand ein halber Tag. Die Wasserleitung mit ein paar Brettern gegen die Ankerkette abzuschotten ging dann noch relativ einfach.

Danach mussten jedoch die Anschlussfugen von innen zulaminiert werden. Wie man unschwer erkennen kann, passt entweder der Kopf oder ein Arm durch die Öffnung. Kurz, es war zum Verzweifeln. Mehrere Fehlversuche kosteten Unmengen von Epoxid, welches ich natürlich nicht in rauen Mengen an Bord hatte, also irgendwann neues besorgen musste. War nicht so leicht, im Grunde gibt's das Zeug in ganz A Coruña nicht. Etwa eine Woche nach Beginn der Arbeit kann ich, nachdenklich meine Epoxisträhnchen im Haar zupfend konstatieren, dass das Werk zu 95% vollbracht ist. Den Deckel vorn drauf habe ich aus einer Sperrholzplatte zugesägt, diese auf der Innenseite vollflächig mit Fußboden-PVC beklebt und mit umlaufender Gummidichtung auf Schrauben gesetzt, die ich von hinten durch das Schott gesteckt und einlaminiert habe, so dass sie vorn als Stehbolzen herausgucken. So habe ich eine Revisionsöffnung, falls sich die Kette mal verklemmt, die Entwässerungsöffnung verstopft o. ä. Von außen sah das ganze zwischendurch so aus

Natürlich musste die Mittelklampe weichen, deshalb sind die Festmacher provisorisch am Bugkorb befestigt. Den fertigen Zustand zeige ich mit eingebauter Kette, dazu muss aber alles erst gründlich aushärten.
Nebenbei machte ich eine für mich höchst unerfreuliche Entdeckung, während unseres stürmischen Ritts war irgendwo über dem Bücherschapp Wasser eingedrungen und hatte einen Großteil meiner Bücher zum Teil aufgeweicht , an einigen zeigte sich bereits Schimmel.

Das ist wirklich bitter, denn die kann ich ja kaum unterwegs ersetzen. Erfreulich hingegen ist, dass es in dieser Marina einen ausgesprochen guten Service gibt, z. B. ist die Reinigung des Unterwasserschiffes direkt am Liegeplatz obligatorisch.

Zudem wird eigentlich permanent für gutes Wetter gesorgt. Die Mahlzeiten kann ich grundsätzlich draussen einnehmen. Ideal bei großer Hitze und mit geringem Aufwand herzustellen sind Bocadillos in den verschiedensten Variationen.

Ich gebe zu, dass die Fotos in meinem letzten Bericht sehr zu wünschen übrig lassen. Ich hatte etwas Neues beim Verkleinern für's Web ausprobiert, das sich nicht bewährt hat. Deshalb hier noch einmal ein paar Eindrücke, die ich von meinen zahlreichen Ausflügen und Besorgungstouren mitgebracht habe.


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Schluss für heute, muss in die Koje, morgen soll's weitergehen.












