FRIGGA-live

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Lissabon

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Einhandsegeln ist eine Bereicherung, Einhandsightseeing ist doof. Deshalb freue ich mich auf den unerwarteten Besuch, den wir heute abend vom Flughafen Lissabon abholen werden.

Mein alter Freund Hansi hat sich angekündigt, er ist auch Segler, hat ein paar Tage Zeit und ist schon gespannt auf die Frigga. Dann werden wir uns also noch ein bisschen in dieser Gegend herumtreiben, bevor wir uns von der Küstensegelei verabschieden. Das hat auch den Vorteil, dass wir demnächst die „Sparrow“ wieder treffen werden. Nach einem längeren Aufenthalt in Frankreich in Folge eines größeren Motorschadens sind Silke und Pete inzwischen in Povoa de Varzim gelandet. Vermutlich werden wir in einigen Tagen in der Ankerbucht bei Cascais zusammentreffen. Dann habe ich eine kleine Rundreise hinter mir, die mit dem ersten Ausflug nach Lissabon am letzten Sonntag begonnen hatte.

Last Sunday I reached Lisboa, which was a nice experience for me, because the last time I've been here I also came in with a ship. 32 Years ago, when I was at the German Navy, we stopped here on our trip from the Mediterranean sea back home with the frigate "Braunschweig". I took a long walk around to all the historic places, but sightseeing solo is not very amusing. So I'm very glad, that an old friend of  mine sent me a message, that he will come and join me in Lisboa. He is a sailor too, and I'm sure, that we'll have a good time together for a couple of days.

 

Es war herrlichstes Hochsommerwetter, leider fast ohne Wind. Gerne wäre ich unter Portugals Golden Gate Brücke hindurch gesegelt, aber da ging nix. Bemerkenswert an dieser Brücke ist, dass die Fahrbahn aus Gitterrosten besteht, man sieht also von unten die Autos. Dem entsprechend ist natürlich auch die Geräuschkulisse unter der Brücke wie in einem Bienenstock.

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In der Marina Alcantara einzulaufen war für mich etwas ganz besonderes. Ziemlich genau an dieser Stelle war ich vor 32 Jahren bei meinem ersten und bisher einzigen Besuch Lissabons auch von Bord gegangen. Von Bord der Fregatte Braunschweig, auf der ich damals als Funker gefahren bin. Das Hochgefühl beim ersten Landgang wich leider schnell einer großen Enttäuschung. Diese Marina ist teuer, was zu erwarten war, aber man bekommt so gut wie nichts für sein Geld. Schmaulige sanitäre Anlagen, unfreundliches, oder sagen wir desinteressiertes Personal, kein Internetzugang.

Eigentlich waren zwei Nächte an diesem Ort eine zuviel, doch für meine Besichtigungstouren war es erstmal praktischer dort zu bleiben, wenigstens kann man von hier aus die Innenstadt zu Fuß erreichen. Schade, dass der „Praça do Comércio“, der große Platz, der vom Tejo aus das Tor zur Innenstadt bildet zur Zeit Baustelle ist. Andererseits auch wieder gut, nach den Darstellungen am Bauzaun zu urteilen scheint der Entwurf für die Neugestaltung gelungen.

So ließ ich mich bei über 30° im Schatten einzig durch meine Intuition durch die Stadt treiben, bestieg irgendwo eine der berühmten historischen Straßenbahnen

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bis ein etwas rücksichtslos geparkter Kleinwagen die Fahrt beendete,

verlief mich in den Gassen der Alfama

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und fand mich wieder in dem geschäftigen Treiben auf der Rua Augusta und dem Praça da Figueira.

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Ein letztes Abendessen vor der Kulisse der „Ponte 25 de Abril“,

dann ließ ich mich am nächsten Tag von der Strömung zum etwa 5sm entfernten, am nördlichen Ufer der Mündung des Tejo gelegenen Oeiras treiben. Vielleicht hat auch die Genua etwas mitgeholfen, egal, jedenfalls dauerte die Fahrt entspannte zweieinhalb Stunden. Oeiras empfand ich auf Grund seiner exponierten Lage als idealen Ausgangspunkt für den Schlag nach Madeira. Die Marina macht ähnlich wie die in Cascais einen noblen Eindruck, jedenfalls sind die Anlagen gepflegt, man wird hier freundlich aufgenommen und als Gast behandelt. Der Preis ist der gleiche wie in Alcantara, hier scheint er jedoch angemessen. So oder so, für mich ist’s zu teuer, also Einkaufsmöglichkeiten nutzen, Wasser und Sprit auffüllen, dann ab zum Ankern nach Cascais, um dort die letzten Vorbereitungen für die Überfahrt zu treffen und das richtige Wetterfenster abzupassen. So weit der Plan bei Abfahrt in Lissabon. Nun kommt Hansi gegen 23:00 am Flughafen an, dann fährt kein Zug mehr nach Oeiras, Taxi ist doppelt so teuer wie der Liegeplatz für eine Nacht, also zurück nach Alcantara. Wenn wir uns ins Nachtleben von Lissabon stürzen wollen, kann man diesem Liegeplatz tatsächlich einige Vorteile nicht absprechen.

 

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