Ja, das hat Spaß gemacht. Drei Einhandsegler mit ungefähr dem gleichen Plan, drei alte Boote mit Charakter und das passende Wetter dazu. Nachdem ich Marco schon in Viana de Costelo getroffen hatte und eine Tagesetappe mit ihm zusammen gesegelt war, dann in Figueira da Foz Desmond kennengelernt hatte, fanden wir uns in Nazaré schließlich in der selben wetterbedingten Warteschleife wieder. Sozusagen synchron mit den Hufen scharrend. Es ergab sich also fast von selbst, dass wir mindestens die nächsten zwei Tage zusammen segeln würden. Zunächst die 26 sm bis Peniche, dann weitere 46 bis Cascais. Peniche hatte keinen Hotspot, das versprochene Luftbild dieser Marina gibt's also nicht, sorry. Aber der google-maps-Ausschnitt auf meiner Standort-site ist ja dynamisch, wer will, kann mit der Maus virtuell zurückfahren.
Two really nice sailing-days together with Marco and his "Bonne Chance" and Desmond with his "Morla" braught us from Nazaré to Cascais. We had best weather-conditions and could sail the whole time without using the engine.
Darauf eingerichtet, den größten Teil des ersten Tages motoren zu müssen, wurden wir schon kurz nach der Hafenausfahrt auf's Angenehmste überrascht. Hier ist Frigga vor der Skyline von Nazaré zu sehen.

Nach einer halben Stunde konnten die Maschinen zum Schweigen gebracht werden und nur Kraft des Windes ging es mit 4,5 kn gen Süden. Natürlich war jeder scharf drauf, endlich mal ein Foto von sich unter Segeln zu bekommen. Das war ja jetzt die Gelegenheit
Frigga von allen Seiten



und als U-Boot

natürlich auch meine Sicht der Lage

Auf diese Weise hatten wir eine kurzweilige Fahrt


Auch Desmonds "Morla" kann U-Boot
In Peniche schließlich stellten wir fest, daß unsere Entscheidung, in Nazaré abzuwarten, goldrichtig gewesen war. In dieser "Marina" hätten wir keine Stunde länger als unbedingt nötig bleiben wollen. Man wurde nachts durch den Schwell der ein- und ausfahrenden Fischerboote schon arg gebeutelt. Dazu noch Wind und Wellen aus Südwest möchte ich hier nicht erleben. Klasse waren auch die sanitären Einrichtungen. Bei der Anmeldung in der Rezeption erhielten wir die Auskunft, daß sich Toiletten und Duschen auf der Rückseite desselben Gebäudes befänden. Nun ja, das Gebäude war im Grunde nicht mehr als ein Kiosk. An der Rückseite eine Tür mit blauem Punkt für Männer, eine mit rotem für Frauen. Dahinter verbarg sich jeweils ein ungefähr 2,5m² großer Raum mit einem winzigen Klo, einem Handwaschbecken und einer Duschkabine 60 x 60. Okay, die Liegegebühren waren entsprechend niedrig, und wahrscheinlich geht man davon aus, daß Yachten, die hier auf der Durchreise festmachen schon auf Grund der möglichen Reiseziele in der Regel die richtige Größe und Ausstattung haben, um in jeder Hinsicht unabhängig von irgendwelchen Einrichtungen an Land zu sein.
Am nächsten Morgen starteten wir früh, bis Cascais lagen ja ungefähr 10 Stunden fahrt vor uns. Diesmal kam der Wind über 90% der Strecke direkt von hinten, ebenso die Wellen, so war die Grundeinstellung des Tages ausgebaumte Genua zur einen, weit ausgestelltes Groß mit Bullentalje zur anderen Seite. Die, in Ermanglung eines Spi-Baumes von Klemens (Klemens hat die Frigga vor mir 36 Jahre lang gesegelt) umgebaute Wäschespinne leistet mir dabei heute noch gute Dienste. Übrigens zogen wir den Vorteil aus der Lage der Marina, setzten die Segel bereits im Hafen und 5 Minuten nach dem Ablegen war der Motor wieder aus.

Damit es nicht langweilig wurde, testete Desmond seine Passat-Konfiguration, setzte mit zwei Genuas und dem Groß alles Zeug, was er hatte, während ich die Aussicht von der Saling aus erkundete.

Höher hinauf, als bis zur Saling habe ich mich nicht getraut, vorm Wind ist das eine ganz schön wackelige Angelegenheit und man muß sich ziemlich gut festhalten.

Hinterher brauchte ich einen Tee, um wieder "runterzukommen"

Ein großer Vorteil beim Segeln nach Süden ist, daß die Segel hervorragend als Schattenspender fungieren.

Den reizvollen Schattenspielen der Wimpel und Leinen kann man durchaus eine Weile zuschauen, das hat etwas Meditatives.
Cascais war dann nach 10 Stunden erreicht. Ein herausgeputztes Städtchen, das die Nähe zu Lissabon schon spüren lässt, eine Marina, die sehr nobel wirkt und auch nicht eben preiswert ist. Aber man kann hier ebenso gut ankern, vielleicht im Anschluß an den Besuch Lissabons (weitere 12sm) eine Option für uns als Sprungbrett nach Madeira.












