FRIGGA-live

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Auf den Kanaren

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Nach den Stimmungshochs und –tiefs, die unvermeidlich einen mehrtägigen Schlag begleiten stellt sich in der Erwartung des Landfalls (jedenfalls bei mir) eine gewisse Entspannung ein. Zum Sonnenaufgang nach der dritten Nacht kann ich die Küstenlinie der östlichsten Kanaren schon erahnen.

 

Bis zum Nachmittag dauert es jedoch noch, bis ich die kleine Isla Graciosa von der unmittelbar dahinter aufragenden Steilküste Lanzarotes unterscheiden kann.

72 hours after leaving Quinta do Lorde I moored up “Frigga” at a finger pontoon in Caleta del Sebo at Isla Graciosa, which is on the north side of Lanzarote, just separated of a 1 km wide strait of the Atlantic Ocean.

Nach der Rundung des westlichsten Kaps Graciosas liegt der an der ca. 1 km breiten Meerenge zwischen den beiden Inseln gelegene Hafen von Caleta del Sebo schon zum Greifen nahe. Donnerstag Nachmittag, genau 72 Std. nach Abfahrt in Quinta do Lorde lag Frigga wieder an einem Steg.

Graciosa bietet wahrscheinlich mit Abstand die günstigsten Liegeplätze auf den gesamten Kanaren. Allerdings muss man dazu wissen, dass man auch so gut wie nichts geboten bekommt. Kein Landstrom an den Stegen, sanitäre Einrichtungen mehr als bescheiden (1 kalte Dusche, 1 WC und 1 Waschbecken in einem Raum), kein Internet-Hotspot, dafür im Ort ein Internetcafé, in dem man für 3 €/h den eigenen Rechner anstöpseln kann, allerdings Frischwasseranschlüsse am Steg. Letzteres verstehe ich nicht so richtig, bzw. umgekehrt hätte ich verstanden, wenn der Wasseranschluss gefehlt hätte, denn auf Graciosa gibt es keine eigene Trinkwasserquelle, das kostbare Nass muss per Tankschiff herangeschafft werden. Strom hingegen könnte hier locker unter Nutzung von Wind und Sonnenenergie erzeugt werden.

Ich bin zwar bisher in meinem Leben noch nicht in Afrika gewesen, aber so, wie sich Caleta del Sebo vom Ortsbild her präsentiert, stelle ich mir Ortschaften am Rande der Sahara vor. Ist ja auch sicher kein Zufall.

The spot looks like I imagine, places at the edge of the Sahara desert should look like. There are no made-up roads and no traffic, except a few Landrover. With my bike I also visited the other of the two places, Pedro Barba. That one is only a gathering of holiday homes and only busy in summer.

Es gibt keine befestigten Straßen und bis auf einige einheimische Geländewagen keinen nennenswerten Straßenverkehr. Außer Caleta del Sebo gibt es nur noch einen weiteren Ort, Pedro Barba, der als reine Ansammlung von Ferienhäusern nur im Sommer bewohnt wird. Sehen wollte ich es trotzdem, schließlich war die Offroad-Tour für mich und mein Klapprad eine kleine Herausforderung. Im Übrigen hatte ich am Freitag frei, da ich erst für Samstag Mittag einen Krantermin ausmachen konnte.

Verabredet war mein Erscheinen mit Frigga unter dem Travellift um 13:00, es wurde 15:25, bis wir in die Gurte konnten, so ist halt der Süden.

I came to this place because of the cheap possibility, to get my boat out of the water. After having done some fixes at it I will go to Gran Canaria next.

Wegen dieser Aktion sind wir hierhergekommen, so billig kriege ich das sonst nirgends. Der Nachteil dabei ist, dass es hier eine ähnlich gute Ersatzteilversorgung gibt, wie auf dem Mond. Zum Glück fahren alle Nase lang Fähren nach Lanzarote rüber, da kriege ich dann alles, was ich brauche. Neue Gummimanschette für die Wellendichtung und eine neue Opferanode für den Propeller (die alte ist nicht mehr vorhanden). Das Unterwasserschiff sieht erstaunlich gut aus, wenn man bedenkt, dass die Frigge jetzt seit fast 20 Monaten im Wasser ist. Der Bewuchs ist nicht nennenswert. Nach ein paar Pflegemaßnahmen am Rumpf und an den Holzteilen muss sich dann auf den rund 120 sm bis Las Palmas (Gran Canaria) zeigen, ob ich mit der neuen Wellendichtung den Wassereinbruch in den Griff gekriegt habe. Letzter Zwischenstopp vor der großen Etappe wird dann Teneriffa sein. Dort muss ich mich neben dem Sightseeing und Bergwandern intensiv mit meiner KW-Funkanlage auseinandersetzen, damit die Kommunikation auch auf dem Ozean klappt.

 

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