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Was für ein Tag...

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Der gestrige Samstag war geprägt von drei besonderen Ereignissen, die wie wenige andere immer aus meinen gesamten Reiseerinnerungen herausragen werden. Das erste war eigentlich kein Ereignis sondern ein hausgemachtes Erfolgserlebnis technischer Art. Schon seit der Biskayaüberquerung kreisten meine Gedanken immer wieder um die Realisierung einer sinnvollen Sturmbesegelung. Auf der Biskaya hatte ich ja festgestellt, dass zwei Reffreihen im Großsegel im Ernstfall zu wenig sind. Naheliegend war also, einfach irgendwo eine dritte Reffreihe ins Groß einnähen zu lassen. Leider ist es damit nicht getan, die entsprechenden Beschläge auf dem Baum zur Führung der Reffleine gehören auch dazu. Das umzusetzen konnte ich mir wiederum nicht gut vorstellen. Bei vielen Gesprächen mit anderen Seglern hieß es oft „dritte Reffreihe schön und gut, aber das letzte was bei schwerem Wetter oben bleibt ist doch 'ne Sturmfock...“ Ok, dafür gibt es schöne Systeme, die man einfach über die eingerollte Genua oder Fock drüberziehen kann, damit ist diese dann gleichzeitig gesichert. Tolle Sache, leider viel zu teuer. Also, ein zweites Vorstag musste irgendwo hin, damit ich eine billige kleine Stagreiterfock setzen konnte. Ich hatte auch im Hinterkopf, dass ich so ein altes Ding noch irgendwo vergraben hatte. Eine Sichtung meines Segelbestandes in der Marina in Jolly Harbour (Antigua) förderte sie zu Tage. Eine knapp 5m² große Baumwollfock mit Stagreitern. Michael von der „Panta“ hatte ein paar gute Tips für das zweite Stag parat, so bereitete ich vor der Abfahrt in der Simpson Bay die Sache vor. Gestern waren Wetter und Wellen ideal, um auf dem Vorschiff zu arbeiten, ich brachte das Werk zuende. Das Stag (ein Want aus dem alten Rigg, das ich nach Einbau eines neuen natürlich aufgehoben habe) verläuft nun von der Aufnahme des Toppnants (sitzt etwas über Salinghöhe vorne am Mast und trägt eigentlich den Spibaum) auf die Ankerwinde und die Überlänge zurück auf das Pütting des hinteren Unterwants an Backbord. Funktioniert wunderbar, die beiden Vorsegel haben eine perfekte Stellung zueinander, was mir auf Am-Wind-Kursen mit leichtem Wind einen echten Geschwindigkeitszuwachs bringt.
Die Fotosession folgte umgehend und, ungeduldig wie ich bin saß ich kurz darauf drinnen am Rechner und vertiefte mich in die Bearbeitung der Ergebnisse am Rechner.
Welche Überraschung, als ich nach über einer Stunde mal wieder einen Blick nach draußen warf. Völlig fassungslos registrierte ich eine aufkommende Segelyacht etwa eine halbe Meile backbordseitig achteraus. Das muss man sich mal vorstellen, über 800 sm vom nächsten Land entfernt treffen zwei Segelboote aufeinander, unglaublich. Keine Stunde später waren sie neben mir, und ich kannte sie sogar. Ein (geschätzt) 33-Fuß-Schiff mit vier Italienern und einem Österreicher an Bord. Sie hatten in der Simpson Bay Marina am selben Steg gelegen wie die "Pantagruel", und am Abend vor Michaels Abreise hatten wir sie besucht und uns beim Wein über die zu erwartenden Wetterbedingungen ausgetauscht. Die „Sbirra“ war zwei Tage nach mir losgefahren.
Wir fuhren ein bisschen auf Rufweite nebeneinander her, bis ich auf die Frage des Österreichers "Brauchst Du irgendetwas?" antwortete "Nee, vielen Dank... oder, vielleicht Spiritus, aber den werdet Ihr sicherlich auch nicht haben...". "Waas?", "SPIRITUS!"... "eine Flasche kannst Du haben, das kriegen wir hin!". Darauf folgte ein gewagtes Manöver, um die Pulle, an einen Bootshaken gebunden zum Abpflücken zu mir herüberreichen zu können. Leider misslang der letzte Teil, da sich das Ding irgendwie verhakt hatte und ich es nicht vom Haken bekam. Als ich losließ, schwang die Flasche nach oben, löste sich ab und verschwand begleitet von einem langgezogenen "Oooooch!" auf beiden Seiten in den Fluten. Wir sprachen noch gegenseitig eine Weile unser Bedauern aus, als ein anderes Crewmitglied mit einem Karton unter dem Arm auf dem Seitendeck erschien. Die "Sbirra" kam bis auf etwa einen Meter heran und unvermittelt kriegte ich einen von diesen in Karton verpackten 5l-Säcken voll Rotwein per Luftpost in mein Cockpit. Beim weiteren Wortwechsel stellte sich heraus, dass die versunkene Flasche einen guten Wodka enthielt, irgendwie hatten die Jungs mich gründlich missverstanden. Die müssen jetzt einen Eindruck von mir haben...
Das dritte Highlight muss ich kürzer beschreiben, sonst wird’s für sailmail zu lang.
Als die "Sbirra" schon weit voraus war, zappelte meine nachgeschleppte Angelleine. Etwa 60m waren auf einem Brett aufzuwickeln, ehe ich die Beute zu Gesicht bekam. Eine knapp 1m große wunderschöne Königsmakrele. Leider riss im letzten Moment des Kampfes die Schnur, und das arme Tier entkam leider samt Haken und Köder im Maul. Das hat mich ein paar Stunden deprimiert und ich musste zum Trost erstmal den Rotwein kosten.

 

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