jetzt hatte ich auf der Hinreise gedacht, die Kunst vorm Wind zu kochen sei nicht zu toppen. Am-Wind-Kochen birgt allerdings noch eine weitere Komponente, die man erst zu meistern versteht, wenn man zuvor den Vorm-Wind-Kochkurs mit Bravour bestanden hat.
Es handelt sich dabei um eine Variante des Kochens im Freifall (womöglich gibt es auch die Disziplin 'Kochen beim Schanzensprung', das weiß ich nicht so genau), wobei die Kunst darin besteht, den Schaden beim Aufprall in Grenzen zu halten. Aufmerksame Leser meiner Seite wissen bereits, worum es geht, aber natürlich, den Abflug vom Wellenkamm ab ins nächste Wellental mit vollen Töpfen und Pfannen auf der Flamme. Zur Erinnerung, wir segeln am Wind, also ziemlich schräg, demzufolge ist mit einem sauberen Geradeausflug und aufrechter Landung nicht zu rechnen.
Ein bisschen erinnert mich das ganze ans 'Ironing', ein ähnlicher Sport, bei dem die Teilnehmer versuchen in den unmöglichsten Situationen zu bügeln, etwa in einer Steilwand oder beim Wellenreiten oder Radfahren. Kein Witz übrigens, das gibts wirklich. Auch kommen Erinnerungen an meine Kindheit hoch, an Camillo Felgens 'Spiel ohne Grenzen', einer lustigen Sonntagnachmittagsshow für die ganze Familie im Fernsehen der 70er. Solche Assoziationen im Kopf vereinfachen die Sache, man wird gleich irgendwie lockerer. Geholfen hat mir heute auch die passende Musik zum Event. Mit 'Global Kryner' voll aufgedreht kann sich einfach keine schlechte Laune einstellen. Wer's nicht kennt, sollte unbedingt schnell bei YouTube danach suchen und sich ein paar Clips anschauen. Ich persönlich finde 'Proud Mary' am besten. Ob man es mag oder nicht, 'Global Kryner' erweitert in jedem Fall den musikalischen Horizont.
Meine heutige Lektion ist schnell erzählt, ich hatte mir für den Anfang ein einfaches Programm ausgesucht, Pellkartoffeln mit Baked Beans an zu Zwiebeln geschmorter Salami. Pellkartoffeln sind easy. Wenn ich vier mittelgroße Kartoffeln im Topf habe und diese geradeso mit Wasser bedeckt sind, schwappt während der Kochzeit genau soviel Wasser über den Rand, dass alles Wasser verbraucht ist, wenn die Dinger gar sind. Ich muss nur den richtigen Zeitpunkt abpassen, an dem ich den Topf vom Herd nehme, bevor es angebrannt riecht. Naja und den Rest habe ich anschließend auf derselben Flamme zusammen in einer Stielkasserolle zubereitet, deren Griff ich die ganze Zeit über nicht los ließ. Wer jetzt Spektakuläres erwartet hatte und enttäuscht ist, der sei vertröstet, ich bin experimentierfreudig und die Fahrt ist noch lang...












