Der ist mir leichtgefallen. An Palmen und weißen Stränden hatte ich nun wirklich genug, sehne mich nach Buchen, Eichen und Kastanien.
Michael war mit der "Panta" schon 21 Stunden unterwegs, als ich am Mittwoch morgens um 8:00 endlich auch meine Frigga auf das weite Meer hinaus steuerte. Ich wollte ihm einen kleinen Vorsprung geben... nein, Quatsch, ich war vorher noch die Simpson Bay hinauf in den französischen Teil der Insel gefahren, hatte dort in Marigot noch etwas Proviant nachgefasst und mir eine letzte ruhige Nacht auf meinem Boot gegönnt.
Als wir die Lagune hinter uns gelassen hatten wurde es schnell ungemütlich. Wind direkt von vorn, 5-6, heftige Regenschauer, konfuse Wellen. Um am nordöstlichsten Zipfel von Anguilla vorbeizukommen, musste ich im Canal D'Anguilla mühsam aufkreuzen. Seitdem haben wir fast 300sm im Kielwasser, am Wetter hat sich nichts geändert. Der Passat bläst aus Nordost bis Ost, wir wollen nach Nordost. Kurs also auf Backbordbug hoch am Wind. Das ist ein hartes Brot. Mit dichtgeknallten Segeln in permanenter Schräglage, oft die Relingstützen durchs Wasser ziehend Wellen rauf, Wellen runter. Am Anfang etwa wie auf einem Spargelfeld quer zu den Ackerfurchen, mittlerweile weiter draußen wie eine Fahrt durchs Gebirge. Da die Wellen nicht von vorne kommen sondern etwas schräg von Steuerbord, stampft die Frigga nicht nur, sondern rollt und schlingert auch. Oft werden die Wellen zu kleinen Sprungschanzen, dann kracht der Bug ins nächste Wellental, dass ich denke, bald zerplatzt er wie ein rohes Ei. An Kochen ist überhaupt nicht zu denken, an Schlafen auch kaum, wenn, dann sowieso nur auf dem Kajütfußboden.
Bei einer der harten Landungen in einem Wellental hat sich von Laptop 1 die Festplatte verabschiedet. Das ist wirklich übel, ich hoffe, man kann die Daten restaurieren und wünsche mir, dass Laptop 2 durchhält. Falls also keine Nachrichten mehr kommen, hat er vermutlich nicht.
Bin ziemlich geschafft, muss noch zwei Tage oder so durchhalten, bis wir aus dem Passat raus sind. Dann kommt hoffentlich nicht allzuviel Flaute, bis wir die Westwindzone erreichen.












