Etwas erschrocken habe ich Anfragen registriert, ob wir auf dem Elbe-Seiten-Kanal verschollen seien, da meine Berichterstattung mit der Schleusung in Uelzen endet. Um weiteren diesbezüglichen Spekulationen vorzubeugen, will ich also meinen Lesern das vorläufige Ende unserer Binnenschifffahrt nicht vorenthalten.
Wahrscheinlich wollte ich mich unbewusst davor drücken, dieses Kapitel zu veröffentlichen, da es kein Ruhmesblatt für mich ist. Ich hatte vor unserer Fahrt alles Mögliche versucht, um einen Hafentrailer aufzutreiben, auf dem die Frigga während der zweieinhalbmonatigen "Trockendockphase", in der letzte kleine Umbau- und Ausbaumaßnahmen durchgeführt werden sollen zwischengelagert werden konnte. Als ich in letzter Minute einen vermeintlich geeigneten Trailer zur Miete angeboten bekam, war ich so froh, dass dieser Plan doch noch aufgehen sollte, dass ich die Möglichkeiten, das Gestell an eine Vega anzupassen zu optimistisch beurteilte und schnell per Handschlag das Geschäft mit dem Eigentümer besiegelte.

Das böse Erwachen kam, als der Kranführer mein stolzes Schiff über den Trailer schwenkte um es langsam darauf abzusetzten. Das Missverhältniss zwischen Trailerauflager und Bootsrumpf war so eklatant, dass ich aus Scham über meine krasse Fehleinschätzung kein Foto dieser Situation veröffentlichen möchte. Zwar machten wir zunächst Pläne, auf welche Weise man die Auflager mit dem für diesen Zweck vorsorglich schon mitgebrachten Material (Kanthölzer, Bohlen, Keile etc.) anpassen könnte, doch bald war mir klar, dass ich dieses Risiko nicht eingehen wollte. Die Vorstellung, dass meine Frigga während des kurzen Transports vom Kran zum ihr zugedachten Stellplatz seitlich aufs Pflaster kippte war mehr als ein Albtraum, es wäre der Gau schlechthin gewesen. Also entschloss ich mich nach kurzer Diskussion mit meinem treuen Helfer Achim darüber, ob wir die geplanten Arbeiten auch auf dem Wasser ausführen können, Frigga wieder ihrem Element zu übergeben und einen geeigneten Liegeplatz für die nächsten Wochen zu finden. Spontan war dies natürlich die nächste Sportbootliegestelle direkt am Kanal.

Aber die Sorge, an dieser Stelle Einbruch und Vandalismus hilflos ausgeliefert zu sein ließ mich kaum ruhig schlafen. Mittlerweile stehe ich in Verhandlungen mit dem Braunschweiger Motorbootclub wegen eines Liegeplatzes in dessen Vereinshafen. Die Frigga liegt dort bereits in relativer Sicherheit, entschieden ist jedoch noch nichts.












