liegt eigentlich seit gestern hinter mir, und dieser Bericht hätte am Freitag erscheinen sollen. Aber in der sagenhaften Rodney Bay Marina, Ziel der jährlichen Atlantic Rally for Cruisers, gab es unglaublicherweise keinen funktionierenden Hotspot.
Inzwischen sitze ich im "Mango Bay" in Le Marin, Martinique und fühle mich recht wohl. Die Autos fahren auf der richtigen Seite, die Währung ist Euro, der Ort erinnert an Südfrankreich, das Wetter ist launisch wie bei uns im April, heftige Regenschauer wechseln mit strahlendem Sonnenschein. Aber mehr zu Martinique beim nächsten Mal.
Im letzten Bericht hatte ich mich doch ein wenig verkalkuliert. Zum einen mit dem Braten in der Sonne, zum anderen mit den 7 Stunden. Als ich Montag früh um sieben noch ziemlich schlaftrunken das obere Steckschott herausnahm, um einen ersten Blick in die Außenwelt zu riskieren, traute ich meinen Augen kaum. Es regnete Bindfäden, eine geschlossene tief hängende Wolkendecke ließ die Bucht grau erscheinen, kein Windhauch war zu spüren. Zwei Stunden durch nasses Grau tuckern hieß das Programm, mindestens bis zum Kap. Zum Glück auch höchstens. Kaum waren wir aus der Windabdeckung durch die Insel heraus, ging es wieder gut zur Sache. Wind und Wellen mehr als genug, dafür hörte der Regen auf.
Last Monday I started to explore the next Island on my trip to the north,
Vieux Fort als nächster Einklarierungshafen liegt zwar am südlichsten Zipfel St. Lucias, aber von St. Vincent aus auch ein gutes Stück weit nach Osten versetzt. Die Strömung zwischen den beiden Inseln ist heftig, dazu blies der Passat wieder mit 25-30kn, also Stärke 6-7 aus ONO, keine Chance für uns die Abdrift nach Westen zu vermeiden. Die letzten 8sm bis Vieux Fort musste ich gegenan motoren, das dauerte sehr feuchte und bewegte 4 Stunden. Ziemlich genau zum Sonnenuntergang fiel der Anker in der Vieux Fort Bay. Dieser Ort liegt abseits der üblichen Route, die meisten fahren von Süden kommend lieber nach Soufrière, weiter nördlich an der Westküste, das ist bei den vorherrschenden Wind- und Strömungsverhältnissen leichter zu erreichen. Genau das ist das Gute an Vieux Fort. Hier ist nichts für Touristen zurecht gemacht, hier werden Frachter entladen, Fische verarbeitet usw. Man wird nicht von Boat-Boys belästigt, kann billiger einkaufen als an jedem anderen Ort dieser Insel und gut Essen gehen für einen Preis, den man mit Selbstgekochtem kaum unterbieten kann. Das Einklarieren ging überraschend zügig vonstatten, ich musste nur zu einer Stelle, statt wie üblich zu dreien und erstaunlicherweise wurden noch nicht einmal Gebühren berechnet. Dafür rudere ich mein Dingi gerne mal ein paar Meter weiter.

Mittwoch ging es weiter zum Wahrzeichen St. Lucias, den Pitons. „Gros Piton“ und „Petit Piton” sind zwei nebeneinanderstehende kegelförmige Berge, ehemalige Vulkane, der große 800m hoch.
The next station was Soufrière, which is a little town close to the “Pitons”, the two mountains which are the emblem in the flag of
In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das Örtchen Soufrière an einer Bucht, die leider so tief ist, dass man mit normalem Equipement dort nicht ankern kann. Allerdings sind Mooringbojen ausgelegt und wo es Mooringbojen gibt, gibt es auch Boat-Boys.
Wobei es sich nicht um Jungen handelt, sie heißen nur so. Boat-Boys drängen einem alles mögliche auf. Natürlich assistieren sie ungefragt beim Festmachen an der Mooringboje und verlangen dann 20 EC$ dafür, also rund 6 €. Außerdem bieten sie Früchte an, Fische, Führungen zu Sehenswürdigkeiten etc. Das ist natürlich nicht grundsätzlich negativ zu sehen. Die Früchte, die man auf diese Weise direkt ans Boot geliefert bekommt sind oft preiswerter und besser als auf dem Markt und bei starkem Wind kann man besonders als Einhandsegler Hilfe beim Festmachen auch manchmal gebrauchen. Es kommt eben auf die Art und Weise an, wie die Jungs auftreten. Hier in Soufrière sind sie besonders agressiv, akzeptieren kein „Nein“.


Als ich an Land rudere und nach langem Suchen endlich eine Stelle zum Anlanden gefunden habe, habe ich sofort ein paar Kids am Hacken, die auf mein Dingi aufpassen wollen. Gegen 5 EC$, versteht sich. Mühsam mache ich ihnen klar, dass ich das nicht für nötig halte. Ein Fehler, wie sich später herausstellen wird. Ich schaue mir also in Ruhe den Ort an, freue mich, ein billiges und trotzdem gutes Lokal gefunden zu haben, werde für 12 EC$ satt und mache mich zu einer kleinen Wanderung auf.
I visited the town and made a walk of two hours through the rainforest to take a shower under the ”Toraille Waterfall“. When I came back to my Dinghi, I had to recognize, that one of the two paddles was gone. That was very annoying, because with only one paddle it is impossible to row against strong wind, which I have to do very often.


Der „Toraille Waterfall“ ist zwei Stunden entfernt, recht unspektakulär, aber die erfrischende Dusche darunter ist den Fußmarsch wert, die Landschaft drumherum auch.
...
Als ich zu meinem Dingi zurückkomme und zur Frigga zurück rudern will, muss ich feststellen, dass mir zwischenzeitlich ein Paddel abhanden gekommen ist. Wie das wohl passieren konnte. Das ist natürlich höchst ärgerlich, Ersatz ist nirgendwo aufzutreiben und mit nur einem Paddel kommt man allenfalls mit Rückenwind voran. Am nächsten Tag, 10sm weiter nördlich in der Marigot Bay sind die Jungs ganz anders drauf. Auch hier kommt schon weit vor der Bucht ein Motorboot auf mich zu geschossen und der Rastafari darin bietet mir an, mich an eine Mooringboje zu bringen. Als ich ihm sage, dass ich lieber ankern möchte, akzeptiert er sofort, winkt zum Abschied und dreht ab. Kurze Zeit später, als der Anker sitzt und Frigga aufgeklart ist, kaufe ich einem seiner Kollegen ein paar Grapefruits ab und komme so zu einem leckeren Sundowner (Grapefruitsaft mit „Jack Iron“, 73%iger Rum aus Carriacou, ein Hauch meiner selbstgepflückten frisch geriebenen Muskatnuss darüber).

Dann stellt sich die Frage, wie ich an Land komme. Ich versuche es mit einem Paddel, aber gegen 25kn Wind habe ich keine Chance. Eine kleine Kinderschaufel, die ich zufällig noch in der Backskiste habe funktioniert mehr schlecht als recht, aber was hilft’s.
Marigo Bay, angeblich die schönste Bucht der ganzen Karibik ist ziemlich aufgemotzt. Alles sehr teuer, sehr schick und im Übrigen sehr amerikanisch. Würde mir einer erzählen, dass ich in Florida bin, ich würde es glauben. Es gibt hier alles Mögliche, nur kein Paddel. In Rodney Bay… kriege ich jedes Mal zu hören. Na gut, da will ich sowieso hin, am Besten gleich am nächsten Tag. Das in Marigo angebotene Entertainment ist eh nicht meine Kragenweite.

Am Freitag habe ich die arme Frigga gegen heftigen Wind weitere 10sm nach Norden geprügelt, während der Einfahrt in die Bucht blies es uns derartig auf die Nase, dass mir die Gischt um die Ohren flog und wir unter Motor nur mit 2kn vorankamen. Damit hatte sich das Ankern vor der Marina erledigt. Wie hätte ich an Land kommen sollen? Rein in die Marina, hoffen, dass es nicht so teuer wird. Glück gehabt, komfortabler Liegeplatz für 45 EC$. Da kann man nicht meckern. Wie sich später herausstellt, ist auch hier kein Paddel aufzutreiben, von Hilfsbereitschaft in dieser Hinsicht kann überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil, alle, denen ich von diesem Verlust erzähle finden die Geschichte höchst amüsant. Ebenso die Sache mit dem Hotspot. Im Prinzip ist einer vorhanden, die Signalstärke auf dem Boot ist hervorragend, die Übertragungsgeschwindigkeit super. Aber nur bis zum Router. Ab da geht es nicht mehr weiter, es lässt sich keine Seite aufrufen. Nachdem ich dies im Office dargestellt habe, wird mir zugesagt, dass der zuständige EDV-Experte im Laufe des Nachmittag käme, um sich der Sache anzunehmen. Der Nachmittag verstrich, ohne dass dieser Typ auftauchte. Allerdings interessierte das niemanden, eine Entschuldigung oder einen Ausdruck des Bedauerns hielt auch keiner für angebracht, obwohl ich nicht der einzige war, der sich über den Mißstand beklagt hatte. Insgesamt muss ich nach dem Wochenende in dieser Marina feststellen, dass Service hier sehr klein geschrieben wird.
Immerhin gab es hier einen lustigen "fruit-man", der eine ganz gute Auswahl in akzeptabler Qualität anbot.
During my stopover in the very chic Marigo Bay I couldn’t get a new paddle anywhere, neither in Rodney Bay, where I spent a lot of time to look around and ask people for that. Because in this marina they didn't have a hotspot, which was in order, I couldn't get this report online on Friday, as I had planned. Meanwhile I'd left St. Lucia and arrived in Le Marin, Martinique yesterday.












