Ich habe Schelte bekommen, weil ich so getan habe, als sei etwas Schlimmes passiert, dabei ist „nur“ mein Klappstuhl… äh, Klapprad geklaut worden.
Sorry, ich war nicht gut drauf danach, aber das mit den tiefen Depressionen war wohl etwas übertrieben. Man soll ja sein Herz nicht an Materielles hängen, ok ich arbeite dran…
Um die Molimentum noch einmal zu treffen, um die Tobago Cays zu besuchen, die mir sehr empfohlen worden waren und um in St. George’s auf Grenada meine Arbeiten an der Frigga in einer Marina erledigen zu können, die ich mir auch leisten kann, war ich entgegen meiner Absichten doch Stück für Stück immer weiter im Süden gelandet. War alles gut so, ich bin froh über die Erfahrungen und Erlebnisse der letzten drei Wochen, aber jetzt freue ich mich, dass wir mit dem Auslaufen aus St. George’s den ersten Schritt auf unserem Heimweg getan haben. Dazu gehörten auch zwei Abschiede kurz nacheinander, erst von Desmond, dann von Sonja und David, das war natürlich etwas bedrückend.
After three weeks travelling through the Grenadines and
Die anschließende Fahrt zurück nach Carriacou war bestens geeignet trübe Gedanken fortzublasen und die Stimmung wieder aufzuhellen. Die Genua hatte ich fürs erste eingemottet, die runderneuerte Fock erwies sich als ideal für den Halbwind- teilweise Amwindkurs. Frigga scheint mir mit der Fock viel agiler zu sein, viel handlicher. Ich weiß zwar noch nicht, was auf der Atlantiketappe über die Azoren auf mich zu kommt, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich die Genua erst auf der Ostsee wiedersehen werde.
Ein besonderes Aha-Erlebnis hatte ich etwa 4 Meilen vor der Tyrrel Bay. Wir laufen mit zwei Reffs im Groß rasante 6,3kn hoch am Wind, als vor uns eine Ketsch auftaucht. Unter Vollzeug, auf demselben Kurs wie wir. Merkwürdig, der kommt näher, obwohl er unsere Richtung fährt. Man kennt das ja, zwei Segler, die sich auf dem gleichen Kurs treffen ergeben automatisch eine Regatta. Normalerweise ziehen wir dabei den Kürzeren, da mir seit dem Europäischen Festland keine Yacht mehr begegnet ist, die nicht mindestens einen Meter länger war als die Frigga. Diese hier war auch größer, etwa 10m. Aber beim Näherkommen sehe ich, dass es ein Katamaran ist, der verzweifelt versucht Höhe zu kneifen. Das ist nun etwas, was ein Katamaran gar nicht gut kann und so zieht mein alter Bleitransporter (Abfällige Bezeichnung von Katamaranseglern für Monohulls) an diesem vorbei, als ob er steht.
Wow, das fühlt sich gut an. Als wenig später unser Anker an ziemlich genau der selben Stelle wie eine Woche zuvor im Grund steckt und ich im Cockpit sitze und den Sonnenuntergang anschaue bin ich rundum zufrieden.
In die Tyrrel Bay bin ich noch mal eingelaufen, weil ich eine Verabredung mit dem hier ansässigen Polsterer hatte. Vor der Abfahrt hatte ich bei ihm Sitzpolster und einen neuen Bezug für meine Matratze bestellt, das sollte nun alles fertig gestellt sein. Seit dem Umbau der Inneneinrichtung in Braunschweig hatte ich ja mit einem Provisorium gelebt. Die Backbordmatratze hatte ich in Teile geschnitten, die nun als Sitzpolster für die Dinette herhalten sollten. Ebenso deren Bezugsstoff, mit dem ich dann diese Polster umwickelt hatte, um sie irgendwann unterwegs richtig zu vernähen. Das alles passte mehr schlecht als recht und motivierte mich deshalb auch nicht, die Näharbeit auf mich zu nehmen. Als ich dann von dem Polsterer ein wirklich günstiges Angebot erhielt, musste ich einfach zugreifen. Schließlich bedeuten professionell hergestellte Polster nicht nur optisch eine erhebliche Aufwertung der Frigga. Die alten Klamotten habe ich also von Bord geschafft, die neuen passen perfekt, sehen klasse aus, ich bin begeistert.
In
Am nächsten Tag ging es auf einen sehr kurzen Schlag nur um die Ecke nach Hillsborough, schließlich musste ich ausklarieren, da ich ja den Staat Grenada wieder verlassen wollte.
In Hillsborough I had to clear out, to go form y next destinations,
Außerdem ein paar Kanister Diesel nachfassen, etwas Proviant, das alles war schnell erledigt. Zeit genug für ein Abschiedsbier am Strand von Hillsborough.
Ein weiterer perfekter Segeltag brachte uns zurück nach Bequia, unserem Ausgangspunkt für die Rundreise im südlichen Teil der Karibik. In sechs Wochen möchte ich in Antigua sein. Auf dem Weg liegen St. Vincent, St. Lucia, Martinique, Dominica und Guadeloupe, von ein paar kleinen Eilanden mal abgesehen. Noch einmal sechs Wochen Traumurlaub, bevor mit der nächsten Atlantiketappe wieder der Ernst des Lebens beginnt. Ich beklage mich nicht.












