Auf Madeira hatten wir vor vier Monaten gemeinsam die Insel erkundet, uns acht Wochen später auf Gran Canaria wieder getroffen und nacheinander den Atlantik überquert. Jetzt konnte ich die Crew der „Molimentum“ nach ihrer Seereise von den Kapverden aus bei ihrer Ankunft in der Karibik begrüßen. Was selbstverständlich und unspektakulär ist, wenn man jemanden der eine weite Reise hinter sich hat vom Flughafen abholt, fühlt sich ganz anders an, wenn man mit jemandem verabredet ist, der für die Anreise zum Treffpunkt 3 Wochen benötigt. Vor allem, wenn man die gleiche Reise vor kurzem selber unternommen hat. Besser wäre noch gewesen, wenn ich nach Osten auf den Atlantik hinaus geblickt hätte und irgendwann wäre wie aus dem Nichts ein Segel auf der Kimm aufgetaucht, ich hätte zum Fernglas gegriffen um mich zu vergewissern usw. Nun ja, so kamen sie eben irgendwann um den nördlichen Zipfel der Insel herum, und zwei Tage nach unserer Ankunft fiel auch der Anker der „Molimentum“ in den sandigen Grund der Hillsborough Bay.
Nach Hillsborough muss man zum Einklarieren, aber nachdem die Formalitäten erledigt sind verholen sich die meisten Segler in die schönere, etwa 4sm entfernte Tyrrel Bay. Das taten auch wir am nächsten Tag, nicht ohne am auf halbem Wege liegenden winzigen Inselchen „Sandy Island“ einen Zwischenstopp zum Schnorcheln einzulegen. „Sandy Island“ war einmal die Erfüllung des Traumes von der Karibik schlechthin. Leider hat Hurrikan Ivan 2004 sämtliche Palmen abrasiert, von dem aus Werbespots bekannten Paradies ist nicht viel übrig geblieben.
From
Die Unterwasserwelt war nicht so spektakulär wie von den verschiedenen Touristeninfos versprochen, Spaß gemacht hat es trotzdem.
In der nächsten Aufnahme lässt das Weitwinkel die Entfernung zu den Booten größer erscheinen, als sie in Wirklichkeit war. Die Frigga liegt zwischen dem Schoner und dem Katamaran noch vor der Yacht mit dem schwarzen Rumpf.
Dank David habe ich nun auch mal wieder ein Bild von Frigga in Fahrt, wenn auch nicht unter Segeln, das lohnte sich nicht, die Tyrell Bay liegt gleich um die Ecke.
Es war Freitag, und freitags gibt es die Attraktion in der Tyrell Bay: Das Steelband-Konzert im „Lambi Queen“.
Ungefähr 150m vom Ankerplatz der Frigga entfernt nahmen wir auf der Terrasse des Lambi unseren Sundowner ein und ein recht leckeres Abendessen, dessen Portionen allerdings etwas üppiger hätten ausfallen dürfen.
Dann ging es los. Die siebenköpfige Band brauchte eine Weile um warm zu werden, steigerte sich jedoch im Laufe des Abends ebenso kontinuierlich wie die Größe des Publikums. Bald standen mehr Leute auf der Straße als im Lokal Platz hatten, es wurde getanzt, die gute Stimmung war einfach mitreißend. Womöglich hatten die Getränke einen gewissen Anteil daran, aber ich habe mich lange nicht so wohl gefühlt.
At „Lambi Queen“, a Pub in the
Wir haben das alles ohne spürbare Nebenwirkungen überstanden, so konnten wir am nächsten Tag schon früh an Land sein, den hiesigen Yachtclub aufsuchen, um das Schlüsselwort für das WLAN zu erfragen, dessen Signal wir in der Bucht in guter Stärke empfangen können sowie die Einkäufe für das Wochenende erledigen.
Zu dritt macht es mir wieder Spaß, landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Da Carriacou über die Insel verteilt einiges zu bieten hat was uns interessierte, mieteten wir ein Sammeltaxi für eine zweieinhalbstündige Inselrundfahrt. Unser Fahrer erwies sich als wahrer Glücksgriff. Umfassend in Heimatkunde gebildet versorgte er uns mit ansteckender Begeisterung mit historischen, politischen oder naturwissenschaftlichen Informationen über sein Carriacou.


Wenn alle Fahrer so drauf sind kann man diese Inselrundfahrt nur empfehlen.
Ich hatte es erwartet, weil wir uns per sms verabredet hatten, trotzdem war es eine Überraschung. Kaum zurück an Bord, Sonja und David, die mich mit ihrem Dingi abgesetzt hatten noch nicht ganz bei ihrem Boot angelangt, da kommt aus Seerichtung ein etwas größeres Dingi in schneller Fahrt auf mich zu geschossen und ein Ruf ertönt: „Hallo Thomas, ich wollte Dich zum Sundowner bei uns an Bord einladen!“
Walter, ein Clubkamerad aus der Vega-Klassenvereinigung ist zurzeit als Mitsegler auf einer 68-Fuß Swan in der Karibik unterwegs. Schon im Dezember hatten wir per email-Austausch ein Treffen ins Auge gefasst, nun waren sie auf dem Weg von Trinidad nach Norden in derselben Bucht gelandet wie ich. Natürlich liegt ein solches Kaliber weiter draußen als eine Vega, aber dafür gibt es ja Dingis mit stärkeren Außenbordern. Nach kurzer rasanter Fahrt waren wir also an Bord dieser roten Schönheit und ich lernte Lothar, den Eigner und Peter, den Dritten im Bunde kennen. Drei Mann, das war’s. Whow!
After a very worthwhile roundtrip with a minibus over the whole island I was just back on my boat when I was visited by a comrade of the German Vega Association who is just sailing with friends on a 68 ft Swan in the same area. He invited me on board and we had a good time.
Ich wurde herzlich empfangen, die Stimmung war gut, die Cuba libre waren lecker und heute Morgen das Sonntagsfrühstück in dieser netten Runde für mich ein echtes Highlight.
Inzwischen sind sie weitergezogen, auch ich werde mit Frigga weiterziehen und zwar tatsächlich nach Süden. Da ich vor der nächsten Atlantiküberquerung an Bord einige Arbeiten erledigen muss die einen ruhigen Liegeplatz mit Landstromanschluss voraussetzen, muss ich also für ein paar Tage Geld für eine Marina ausgeben. Nach meinen letzten Informationen sollen Marinas nördlich von Bequia exorbitant teuer sein, wohingegen man auf Grenada beim Yachtclub in St. George’s relativ günstig liegen kann. Nochmal rund 35sm in die „falsche Richtung“. Ich habe lange überlegt, es spricht sehr viel dafür. Neben den guten Erfahrungen von Dietmar, einem deutschen Segler, der mir auf Bequia den Tip gegeben hat ist natürlich zum einen Grenada unbedingt sehenswert, zum anderen möchte ich Arbeiten wie z. B. das Anlaminieren von Schotten zur Rumpfaussteifung so früh wie möglich machen, um die Wirkung schon vor der Atlantiketappe auf dem Rückweg über St. Lucia, Martinique etc. zu beobachten und u. U. in einer der wenigen Marinas bis Antigua nacharbeiten. Zeit genug habe ich sowieso, also, ich freue mich auf Grenada.












