FRIGGA-live

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Startverzögerung

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"Wie...., Du noch hier? Ich denk, Du bist schon auf'm Ozean..." So, oder ähnlich werde ich zur Zeit öfter angesprochen. Naja, selber Schuld, ich hatte mit meinem Starttermin im Zusammenhang mit dem Hafenfest in Braunschweig den Mund vielleicht ein bisschen voll genommen.

Jetzt geht es halt ein paar Tage später los, macht aber nichts, Hauptsache ich komme rechtzeitig noch im Hochsommer über die Biskaya. Und das werde ich auf jeden Fall einhalten, da ist noch jede Menge Spielraum.

So sah es beim Hafenfest anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Braunschweiger Hafens am Mittellandkanal aus: 

 

Vormittags noch recht gut besucht, ließ uns nachmittags das Wetter im Stich:

Also, wirklich gelohnt hat sich die Teilnahme an dieser Veranstaltung für mich nicht. Gut war allerdings, dass ich, um den Zuschauern auch wirklich ein Segelboot zu präsentieren den Mast stellen konnte. Sicher ein eher seltenes Bild auf dem Mittellandkanal. Als wir uns am Sonntag, um dem Drachenbootrennen nicht im Wege zu sein aus dem Hafenbecken heraus um die Ecke zur nächsten Sportbootliegestelle verholt hatten, freute ich mich immer über die verwunderten Blicke vorbeifahrender Motorbootfahrer. Sozusagen eine kleine Eulenspiegelei nach meinem Geschmack. Wenn mich einer gefragt hätte, hätte ich ernsthaft erklären können, dass sich mein Revier auf dem Kanal zwischen den beiden in Sichtweite zueinander stehenden Brücken erstreckt.

Mein stolzes Schiff zuhause in seinem natürlichen Outfit zeigen zu können war Grund genug, am Sonntag an der Liegestelle eine kleine Party zu veranstalten. Schonmal als offizielle Abschiedsparty, als Dankeschön für die Helfer und überhaupt.

Es kamen gut doppelt so viel Leute, wie ich geplant hatte, der Wettergott meinte es gut, es wurde einfach richtig schön. Als ich von meinen alten Weggefährten aus dem Aero-Club zwei gefüllte Wollsocken mit heimatlicher Erde (direkt neben der Lagerfeuerstelle am Clubheim entnommen), einer Flasche Wolters (original aus einer Kiste im Clubheim), diverse Scheine als Notgroschen als Folge einer Sammelaktion und eine wasserdichte Mappe mit guten Wünschen überreicht bekam, musste ich tatsächlich einen Moment nach Fassung ringen. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die daran beteiligt waren, ich habe mich wirklich riesig gefreut. 

Kurze Zeit später richteten sich alle Augen zum Wasser hin, als von dieser Seite noch weitere Gäste kamen. 

Silke und Pete machten ihre Sparrow hinter der Frigga fest und spätestens jetzt konnten auch die Landratten unter den Partygästen etwas von dem Flair erahnen, das die Treffpunkte der Fahrtenseglerszene umweht. Natürlich wurde verglichen, und so erntete ich mit meiner noch recht karg ausgestatteten Frigga neben der ziemlich kompletten Sparrow einige skeptische Blicke. Und natürlich Sprüche, etwa dass ich wohl nicht erwarten könne, in fünf Monaten Vorbereitung etwas zu schaffen, wofür andere ein paar Jahre brauchen. Nun ja, ich arbeite dran. Jetzt, also eine Woche später sieht die Sache schon ganz anders aus. Aus Erfahrung vorsichtig geworden werde ich keinen neuen Abfahrtstermin bekanntgeben, nur sagen, dass die Tage gezählt sind. Einige Arbeiten kann man schließlich auch noch unterwegs erledigen, wie Sitzpolster nähen usw. 

 

 
 
 

Irgendwann geht leider jede Party zuende, ein bisschen bitter für mich war, dass ich am nächsten Morgen um sieben einen Termin im Hafen zum Kranen des Mastes hatte. Zum Glück regnete es nicht, alles verlief reibungslos. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle an die beiden Kranführer, die sowohl beim Stellen, als auch beim Legen des Mastes sehr behutsam, sensibel und vor allem geduldig diesen für meine Aktion doch unverhältnismäßig riesigen Industriekran bedient haben.

So bin ich dann zwei Stunden später wohlbehalten am alten Liegeplatz im Yachthafen Am Heidanger angekommen und meine Standortangabe in Google-Maps stimmt wieder. 

 

 

 

 

 

 

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