FRIGGA-live

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Kochkunst die 2.

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dieser Bericht hätte hier schon vor einer Woche stehen sollen, ist aber leider beim Versand irgendwo im Äther verschollen. Wir versetzen uns also um 1 Woche zurück...
..naja, Frigga hat dann die Kurve im letzten Moment noch gekriegt, das Frühstück konnte ich mir ohne weitere Zwischenfälle schmecken lassen.
Schlimmer war es mittags, da hatte ich nämlich die glorreiche Idee, Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln zuzubereiten. Jeder, der das schonmal gemacht hat weiß, daß das eine längere Präsenz der Pfanne über der Hitze erfordert. War sicherlich leichtfertig von mir, eine mit heißem Bratgut gefüllte Pfanne bei Seegang über offener Flamme hin und herschliddernd ist nicht mehr witzig. Es kam, wie es kommen musste, Frigga luvte unvermittelt an, lief aus dem Ruder und ich konnte die Pfanne nicht allein lassen, noch auf die Schnelle irgendwo sicher unterbringen. Also mitnehmen ins Cockpit und mit der linken Hand gerade halten war die einzige Option, während ich mit der rechten die Verbindung der Selbststeueranlage zur Pinne löste, die Pinne griff, Frigga auf Kurs brachte und nur Kraft meines Willens während der ganzen Aktion meinen Allerwertesten im Kontakt zur Cockpitbank hielt. Mache ich nie wieder, ich schwör's. Vor lauter Stress vergaß ich hinterher, daß ich zu den Bratkartoffeln mit Zwiebeln, Knoblauch und Corned Beef eigentlich noch Gürkchen essen wollte. Lecker war's trotzdem.

This report is one week too late, the first time I've sent it, it got lost on the way. Nevertheless I sent it again.
Today was a good sailing-day, I could shake out the reef in the genoa and "Frigga" ran with more than 6 knots for several hours. At the moment I cooked my meal for midday, I realized, that the wind had increased and the full genoa was too much, when "Frigga" didn't answer the helm anymore, luffed up and heeled very much. That was difficult with a pot of hot rice on the stove, but I could manage it somehow and enjoyed my meal after reefing down the genoa again.


Heute morgen, nach einer stressfreien Nacht und erholsamem Schlaf packte mich der Ehrgeiz, und ich beschloss, bei dem schönen Wetter ein bisschen Segeln zu gehen. Soll also heißen, ich wollte einfach mal wieder aktiv und sportlich segeln, anstatt mich nur durch die Gegend kutschieren zu lassen. Unser Speed von immer knapp unter 5 kn war durchaus verbesserungsbedürftig und so half ich Frigga durch komplettes Ausreffen der Genua auf die Sprünge. 6,4 kn, na das sah doch schon besser aus. Mein Steuermann machte auch eine ganze Weile mit, aber natürlich musste es wieder beim Kochen sein, als er mich etwas grob, wie es seine Art ist ermahnte, daß wir für die Windverhältnisse wohl etwas übertakelt liefen.
Manchmal mag ich's auch mal süß zu Mittag, und so gab es heute Milchreis mit Pfirsichen aus der Dose. Diesmal hatte ich schon den Notfallplan im Kopf, den Pott konnte ich einfach schnell in die Spüle stellen und mit einer Tasse verkeilen, das war einfach. Die Milch kochte bald, ich schüttete unter Rühren den Reis hinzu... huch, was sind denn das für schwarze Punkte zwischen den Reiskörnern? Moment mal, die sind ja länglich und haben kurze Beinchen... Jetzt könnte man meinen, daß die ganze Ladung nach einem langgezogenen Iiiiiiihhh ziemlich schnell den Weg nach außenbords gefunden hätte, zumindest war das mein erster Impuls. Aber ich hatte Hunger und mich auf das leckere Essen gefreut. Getreu dem Motto 'das kann doch einen Seemann nicht erschüttern...' hockte ich alsbald mit einem langstieligen Löffel über dem Topf und angelte. Der Topf war zu einem Drittel gefüllt, die vor sich hin köchelnde Milch schwappte links wie rechts immer genau bis an den Rand, geradeso, daß sie nicht drüberweg lief. An der Oberfläche der Milch tauchten ab und zu die kleinen 6-beinigen Freunde auf (huhu!), tauchten wieder ab, kamen an anderer Stelle wieder hoch, aber ich kriegte sie alle. Lustiges Spiel, so 'ne Art Jump-and-Run-Game, nur, man braucht noch nicht einmal einen Game-Boy dazu. Käferchen raus aus der Milch, ab aufs Küchentuch, Blick aufs GPS: 268°, alles Ok, nächstes Käferchen... Blick aufs GPS: 320°, Alarm! Raus ins Cockpit: "Wer hat das befohlen?" - "Die letzte Bö in Absprache mit der großen Welle, die gerade des Wegs kam..." "Ääh, Ok, weitermachen, Kurs 270°!" Tja, man sollte vielleicht höhere Instanzen nicht ignorieren, darauf reagieren sie womöglich empfindlich. Das war also für heute das Ende meines Geschwindigkeitsrausches, die Genua musste wieder ein Stück weit in die Rolle. Als ich damit fertig war, war der Milchreis
auch soweit aufgequollen, wie er sein soll und ideal temperiert. Und, ehrlich gesagt, 4,8 kn Speed sind beim Essen viel angenehmer.
 

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