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Squall

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so heißen die Dinger, die einem hier in der Passatzone das Leben schwer machen können. Heimtückisch kommen sie überfallartig vorwiegend nachts, wenn man sich gerade mal für eine halbe Stunde in die Koje verholt hat.

Gemeint ist ein lokales Wetterphänomen, ähnlich wie ein Gewitter, nur ohne Blitz und Donner. Schwere Regenfälle und 35kn Wind (Windstärke 8) sind die Begleiterscheinungen. Da heißt es schnell sein mit Reffen. Mich hat es Sonntag morgen um halb acht erwischt. War aber nicht so schlimm, weil ich sowieso schon seit Tagen an 25-30kn Wind gewöhnt bin und entsprechend gerefft habe, da ist die plötzliche Steigerung nicht ganz so dramatisch.

Yesterday on Sunday the weather was really bad. It started with a squall in the morning, didn't decrease the whole day, so I couldn't use my Windvane. Close to midnight I heaved-to, to get a few hours of sleep. I was in a very bad mood, was not motivated any more. But since today it's getting better again, so I'm going on.

Schlimm war nur, dass es nicht nach einer Viertelstunde vorüber war, wie immer erzählt wird, sondern das hintere Ende dieser dunklen Riesenwolke erst nach eineinhalb Stunden über mich hinwegzog. Dann wurde es zwar deutlich heller, der Regen hörte auf, aber der Wind ließ nur unwesentlich nach und ging den ganzen Tag über nicht unter 30kn, frischte dann abends sogar wieder auf. Bis in die Nacht habe ich dann vergeblich versucht, meinem Windpiloten das Steuern auch unter diesen Verhältnissen beizubringen. Keine Chance. Das hat viele Gründe, zum Einen kann man eine Genua, die auf die Größe eines Badehandtuchs zusammengerollt ist nicht mehr vernünftig trimmen (guter Trimm der Segel ist die erste Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz einer Windfahnensteuerung), zum Anderen war es wohl einfach zu böig. Gegen 23:30 habe ich dann beigedreht und es mir für die nächsten neun Stunden auf dem Kajütenfußboden bequem gemacht. Schlafen ging leider nicht so gut, beigedreht liegen in stürmischen Verhältnissen ist doch nicht so ruhig, wie allgemein behauptet wird. Das war für mich der seelische Tiefpunkt meiner bisherigen Reise. Ich hatte keine Lust mehr, wollte nach Hause.
Heute gab es zumindest wieder blauen Himmel zu sehen und im Verlauf des Vormittags ließ der Wind auf seine übliche Stärke von 25kn nach. Seit 9:00 sind wir wieder unterwegs, die Stimmung ist wieder gestiegen, wenn auch noch nicht auf einen oberen Level, eher so in der Mitte. Etwas Positives hat dieser ewige Starkwind, ich habe keine Energieprobleme mehr. Der Windgenerator tobt was das Zeug hält und ich kann am Abend TV-Aufnahmen gucken und gekühlte Getränke genießen.

Position geschätzt für Dienstag nachmittag
Lat 16.50 Lon -31.67
 

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