Bevor wir unsere Reise fortsetzen möchte ich mich erstmal bei allen bedanken, die mir nach meinem Bericht „Wendepunkt“ per email, Gästebucheintrag oder Skype ihr Verständnis für meine Entscheidung zum Ausdruck gebracht haben. Vielen Dank für die moralische Unterstützung, das hilft mir sehr.
Obwohl es mich nach Hause zieht und ich geschrieben hatte, dass ich Friggas Bug gen Norden richten würde, sind wir nun doch zunächst nach Süden unterwegs. Aber nur ein kurzes Stück. Ab Mitte dieser Woche bin ich auf Carriacou mit der „Molimentum“ (s. Madeira-Berichte) verabredet. Dank Pactor hatten wir während derer Atlantiküberquerung email-Kontakt. Dieses Wiedersehen ist einen im Vergleich zur gesamten Reise lächerlichen Umweg von ca. 70sm wert, auf diesem Wege noch die Schönheit der Grenadinen kennengelernt zu haben sowieso.
Von verschiedenen Seiten hatte ich gehört, dass ich auf keinen Fall die Tobago Cays auslassen solle, wenn ich nun schon mal in dieser Gegend bin. Die liegen auf dem Weg nach Carriacou und sind von Bequia aus nur 25sm weit entfernt. Es handelt sich dabei um 4 sehr kleine unbewohnte Inselchen, die durch das östlich vorgelagerte sogenannte „Horse Shoe Reef“ vor der Atlantikdünung geschützt werden. Die Unterwasserwelt an diesem Korallenriff ist ein beliebtes Ziel von Segel- und Tauchtouristen. Die nordwestliche Zufahrt in dieses Gebiet führt zwischen den Inseln Canouan und Mayreau hindurch, die südliche Riffpassage stellt den kürzesten Weg von den Cays nach Union Island dar. Somit war unser Weg vorgegeben, in Clifton auf Union Island muss ich ausklarieren, da Carriacou, die nächste Insel in südlicher Richtung nicht mehr zu „St. Vincent und die Grenadinen“ gehört sondern zum Staatsgebiet von Grenada.
Nachdem ich am letzten Samstag morgens um 9:00 in der Admiralty Bay den Anker gelichtet hatte mussten wir zunächst den westlichen Zipfel Bequias runden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man fährt sicherheitshalber ganz außen rum oder man kürzt ab und schlüpft zwischen der äußersten Spitze der Insel und den beiden vorgelagerten Felsen hindurch. Die Passage ist etwa 80m breit. Das sollte für uns locker reichen dachte ich mir
und behielt recht. Danach wurde es ungemütlich. Schönes Wetter zwar aber sehr böiger Wind 4 – 5 und kurze steile Wellen von Ost, also genau von der Seite. Dass ich das Dingi nicht an Bord genommen hatte sondern hinterher schleppte bereute ich bald. Aber auch dieser Ritt ging vorüber und am Nachmittag fiel der Anker in der Salt Whistle Bay auf Mayreau, der kleinsten bewohnten Insel der Grenadinen. Auch diese Bucht gilt neben den Tobago Cays als der Karibik-Traum schlechthin und ich denke, das könnte ich auch unterschreiben.
In my report „Turning Point“ I wrote, that I will go North, up to Antigua to cross the

Die mondsichelförmige Bucht ist nach Westen hin offen und nach Osten hin durch einen schmalen mit einzelnen Palmen bewachsenen Sandstreifen vom östlichen Strand an der raueren Atlantikseite getrennt.


Besser geht es eigentlich wirklich nicht. In guter Gesellschaft und mit einer gut gefüllten Bordkasse für die Bar und das Restaurant des harmonisch in den Palmenhain integrierten Nobel-Resort kann man es hier sicher ewig aushalten.
Die kleine, unbenannte Ortschaft ist nach einem kurzen Anstieg, der einem zurückblickend einen Panoramablick über die Salt Whistle Bay (woher der Name kommt konnte ich nicht herausfinden) eröffnet schnell erreicht. Angeblich leben die Menschen hier in andernorts unbekannter Harmonie miteinander, Streit soll nahezu unbekannt sein.

Gut ist nach Süden hin die nahe Nachbarinsel Union Island auszumachen, unser nächstes Ziel nach einem kleinen Schlenker durch die Tobago Cays. Nach nicht einmal einer Stunde Motorfahrt nach Osten gegen den Wind liegen diese am frühen Nachmittag des nächsten Tages vor Friggas Bug.
From Mayreau I had a good view to Union Island, the next Island in the South. Union Island was my destination after a short trip through the Tobago Cays, where I anchored for one night and took a look to the Underwaterworld.

Zwischen Petit Rameau und Petit Bateau hindurch gelangen wir zum "Horse Shoe Reef", vor dem schon etwa 50 Yachten vor Anker liegen.

Für die kleine Frigga findet sich aber immer irgendwo ein Plätzchen, und keine halbe Stunde später befinde ich mich mit Maske, Schnorchel und Flossen ausgerüstet in der Gesellschaft dieser gepanzerten Zeitgenossen


Unterwasserfotografie ist gar nicht so einfach, besonders mit einer dieser digitalen Kompaktkameras, die doch eine beträchtliche Auslöseverzögerung haben. Nemo & Co sind einfach zu schnell für mich, so bin ich mit meiner vorzeigbaren Ausbeute recht unzufrieden.

Am nächsten Tag ging es schon weiter, schließlich will ich die Ankunft der Molimentum nicht verpassen. Außerdem fühle ich mich in Gesellschaft mehrerer Dutzend Charteryachten, deren Crews abends im Cockpit zu acht den Höhepunkt ihres 14-tägigen Urlaubs begießen nicht besonders wohl. Das ist nicht abwertend gemeint, es ist einfach eine andere Welt. Kontakte, wie ich sie zu anderen Fahrtenseglern habe, die ich auf den Etappen in Europa kennengelernt habe sind eher unwahrscheinlich.
So wagten wir uns also durch die südliche Riffpassage und steuerten Union Island an. Auch bei der Ansteuerung von Clifton Harbour muss man ein bisschen aufpassen. Das dem Hafen vorgelagerte Riff sollte man tunlichst nicht übersehen, den Hafen also nicht direkt ansteuern.
Hat man diese Gefahr erfolgreich umschifft, liegt man komfortabel in Folge dieses natürlichen Schutzwalls von den Atlantikwellen unbehelligt auf der Ostseite der Insel vor Anker oder an einer Mooring.
One hour sailing with half wind brought me to Clifton Harbour, where I cleared out to leave the State of St. Vincent and the Grenadines and sail to Carriacou, which belongs to the State of Grenada.
Clifton ist ein freundlicher kleiner Ort mit relativ guten Versorgungsmöglichkeiten. Das Angebot an frischem Obst und Lebensmitteln im Allgemeinen fand ich besser als auf Bequia.
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Noch besser soll es auf Carriacou sein, vor allem aber bekommt man angeblich dort Rum fast nachgeschmissen. Ich bin mal gespannt, dann steht ja einem gepflegten Rumpunsch zur Feier des Wiedersehens nichts mehr im Wege.
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