FRIGGA-live

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Bequia

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Da ich nun schon wieder fast zwei Wochen in Bequia rumhänge, will ich Euch und Ihnen nicht vorenthalten, was ich mit meiner Zeit hier angefangen habe bzw. wie es hier überhaupt aussieht.

 

Das Wichtigste nach der Atlantiküberquerung und dem stressigen Ankerplatz auf Barbados war, so abgedreht es sich anhören mag, dass ich einfach mal ein bisschen Urlaub gemacht habe. Ich hatte tatsächlich ein paar Tage Ruhe und Entspannung nötig. Dafür ist Bequia ein idealer Ort, vor allem Port Elizabeth mit seiner sehr lebendigen stark von Fahrtenseglern geprägten Szene.

Die Frigga ist auf obigem Bild am gegenüberliegenden Ufer ganz klein oberhalb des hellroten Daches in Bildmitte mehr zu ahnen als zu sehen. Von dort aus sind es zum Dingianleger am Markt etwa 200m zu rudern, auf der Hinfahrt immer gegen den Wind, in den letzten Tagen häufig in Stärke 6 - 7. Da bin ich froh, wenn sich ein motorisierter Dingipilot oder eines der einheimischen Wassertaxis meiner erbarmt.

Das erste, was man beim Anlanden zu sehen bekommt ist die Markthalle. Ziemlich praktisch, so kann man den Einkauf als letzten Programmpunkt des Landausfluges einplanen und muss den Kram nicht durch die Gegend schleppen.

Die am Ufer verlaufende Hauptstraße stellt paraktisch die Hauptschlagader Bequias dar. Hier sind vis-à-vis zum Wasser alle wesentlichen Einrichtungen, Geschäfte, Restaurants und Bars zu finden.

Schnell hatten sich ein paar Stammplätze herauskristallisiert. Unter den roten Sonnenschirmen bei "Pizza Hut" kann man einen kostenlosen Hotspot nutzen, es interessiert sogar niemanden, ob man dabei etwas verzehrt. Natürlich finde ich, sollte man wenigstens eine Cola oder sowas für 3 EC$ (etwa 80 Eurocent) verkonsumieren. Beim Skypen muss man allerdings die laute aber nach meinem Geschmack recht gute Oldiemusik in Kauf nehmen. Dafür ist man hier mitten im Leben, ich könnte hier den ganzen Tag verbringen und einfach nur Leute gucken und (inzwischen) treffen. Im Augenblick sitze ich genau hier und schreibe diesen Bericht.

Weiter die Hauptstraße entlang...

findet man zu Tommys Cantina. Ideal, wenn man es etwas ruhiger und mit besserer Aussicht haben möchte, um z. B. den Daheimgebliebenen  mittels Webcam über Skype die Schönheit dieser Bucht vor Augen zu führen. Das Essen ist leider nicht so toll, dafür ziemlich billig. Ein Reihenversuch über mehrere Tage hat bei mir ergeben, dass ein Eistee für 4 EC$ genau so lange reicht wie der Akku in meinem Laptop.

Die Restaurants und Bars auf der Südseite erreicht man auf einem Pfad direkt am Wasser entlang, wie z. B. das unter Seglern weltberühmte "Frangipani"

Hier finden Konzerte einheimischer Steelbands statt, hier trifft sich die Seglerszene zum Rumpunsch, beim Barbecue etc.

Nachdem ich mich in den ersten Tagen ausschließlich in diesem freundlichen und lebensfrohen Örtchen herumgetrieben habe, reizte es mich bald, die Insel zu erkunden, vor allem die verschiedenen Buchten und Strände. Mein Klapprad blieb dabei wie schon auf Barbados an Bord. Die Steigungen, die damit zu bewältigen wären sind doch zu extrem. Schusters Rappen bringt einen aber auf diesem 18 km² großen Inselchen weit genug.

Neben dem Vergnügen kam auch die Pflicht nicht zu kurz, Frigga musste rasiert werden (am Rumpf von Entenmuscheln befreit werden), die verbogenen Püttinge habe ich durch einen vertrauenerweckenden Fachmann (Robin, the Fixman) begutachten lassen und danach beschlossen, sie nicht auszuwechseln. Das Beste von allem war jedoch mein überaus positives Erlebnis mit einem hiesigen Segelmacher. Nach dem Preis für die Reparatur meiner Fock gefragt versicherte er mir, dass es keinesfalls mehr als 200 EC$ kosten würde. Als ich das Segel am nächsten Tag abholte, stellte er mir 126 EC$ in Rechnung, also rund 40 €. Dafür hat er den langen Riss genäht, sämtliche Nähte nachgenäht, da die alten Originalnähte aus Polyestergarn nicht mehr vertrauenerweckend erschienen, sowie die Lieken nachgenäht und einige Scheuerstellen ausgebessert. Das fand ich unglaublich und hätte fast einen Luftsprung gemacht. Damit habe ich bezüglich meiner Rückreise über den Atlantik eine Sorge weniger.

Auch, wenn ich mich hier sehr wohl fühle werde ich allmählich doch unruhig und es drängt mich zu neuen Ufern. Morgen geht es also erstmal ein Stück weiter nach Süden, ich hoffe, demnächst mit spektakulären Strand- und Unterwasseraufnahmen von den Tobago Cays aufwarten zu können.

 

 

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