FRIGGA-live

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Erst jetzt

E-Mail Drucken PDF

rund 100 Meilen westlich von Barbados in der Ankerbucht von Port Elizabeth auf Bequia haben wir den Atlantik hinter uns gebracht und sind in der Karibik angekommen. Losgesegelt war ich mit gemischten Gefühlen, hatte doch der Anleger in Deepwater Harbour im Schwell nicht nur Fender und Relingstütze, sondern wie ich erst später bemerkte auch Wantenspanner und Püttinge auf der Steuerbordseite demoliert.

 

Now, 100 miles west of Barbados on Bequia I arrived the real Carribean Sea. I didn’t feel good sailing with chain plates and bottlescrews on starboard damaged in the swell at the quay of Deepwater Harbour. But I didn’t want it to repair under the bad conditions in Carlisle Bay and so the wind was low and had a south-component (so I would sail on starboard tack) I thought it wouldn’t be too risky.

Während des wilden Tanzes in der Carlisle Bay die Reparatur vorzunehmen und das Rigg neu zu trimmen fand ich gelinde gesagt ungünstig, und da für die kurze Überfahrt Wind mit südlicher Komponente zu erwarten war, die Steuerbordwanten also entlastet sein würden, habe ich es halt riskiert. Tags zuvor hatte ich per Bus einen Ausflug an die Ostküste unternommen, ich wollte unbedingt einmal in Ruhe auf den Atlantik schauen, in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Am „Crane Beach“ fand ich den idealen Ort für ein paar besinnliche Mußestunden.

Kurz bevor ich die Carlisle Bay verließ wurde ich noch Zeuge dramatischer Vorgänge. Wo ich tagelang zuvor noch einen Nachbarn am Liegeplatz hatte guckte eines Morgens nur noch die Mastspitze aus dem Wasser.

One of my neighbour boats in Carlisle Bay sank one night, I don’t know why. It was a local boat, nobody was on board.

Es handelt sich offenbar um das Boot eines Einheimischen, es war niemand an Bord, der das Unglück rechtzeitig hätte kommen sehen und verhindern können. Wer weiß, was da schief gelaufen ist, vielleicht ein vergammeltes Seeventil, das plötzlich abgerissen ist, ich werde es nicht erfahren.

Die Überfahrt über den Rest Atlantik, der noch zu bewältigen war nahm eine Nacht und einen Tag in Anspruch. Der Wind war schwach aber sehr böig, die Wellen kamen wieder genau von der Seite, diesmal allerdings von Süden, mal was anderes. Auf dieser kurzen Etappe juckte mich das wenig, mit dem schönen Ziel der Grenadinen vor Augen ließ sich das alles gut aushalten.

.....

Wie zu erwarten war, wollten sich außer mir weitere Hundert bis Zweihundert andere Segler die vielgerühmte Schönheit dieses Fleckchens Erde nicht entgehen lassen. Die Suche nach einem freien Ankerplatz in der Admiralty Bay vor Port Elizabeth gestaltete sich daher etwas langwierig. Nach etwa einer Stunde Umhertasten mit dem Echoloten fiel das Grundeisen in akzeptabler Nähe zum Dingi-Anleger am Marktplatz, fast in vorderster Reihe.

Now I dropped anchor in the Admiralty Bay at Port Elizabeth pretty close to the market.

Das Wasser ist platt wie auf dem Steinhuder Meer, ein Traum. Dafür bläst es wieder ganz ordentlich, was unangenehm beim Rudern mit dem Dingis ist, andererseits mir durch mein Windrad eine stets gut gefüllte Batterie beschert. Sicherheitshalber habe ich einen kleinen Tauchgang zum Anker unternommen,

ich denke der sitzt bombenfest, ich werde hier schlafen können, wie in Abrahams Schoß.

 

Affiliates