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Brest

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Plötzlich waren sie da. Ganz unverhofft und vielleicht deswegen total überwältigend. Irgendwo zwischen L’Aber Wrac’h und dem Eingang zum Chenal du Four erschreckte mich ein Schnauben und ein lautes Platschen auf der Steuerbordseite.

Dann sah ich sie, eine Schule ausgelassen umhertollender Delfine begrüßte mich und begleitete mich etwa eine halbe Stunde lang. So etwas hatte ich noch gar nicht auf’m Zettel und vielleicht lag es daran, dass mir unversehens die Tränen kamen. Wahrscheinlich symbolisierte diese Begegnung so etwas wie ‚ab hier geht es richtig los, jetzt bin ich da, wo ich hin wollte’, vielleicht auch noch ein bisschen mehr, jedenfalls ein unvergesslicher Augenblick, ein Highlight meiner bisherigen Reise.

Diesmal passten alle Kalkulationen, wir waren genau in dem Moment am berüchtigten Chenal du Four, als dort die Tidenströmung nach Süden einsetzte. Wer kennt nicht die berühmte Bilderserie von Philip Plisson, in der ein Leuchtturm von einer Welle vollständig eingehüllt wird. Dieser Leuchtturm, der sich auf einer kleinen Granitinsel aus dem Meer erhebt, markiert den nördlichen Eingang zum Chenal. Leider, oder zum Glück sind meine Fotos nicht so spektakulär geworden, wir waren auch ein bisschen weit weg.

Das Wetter sorgte dafür, dass der Chenal allen Schrecken verlor und die Passage eher einer Kaffeefahrt glich. Musikalisch untermalt von Diana Krall übrigens. In traumhafter Abendstimmung konnte ich die satten Farben der vorbeiziehenden bretonischen Küste genießen. Die ganze Anspannung der letzten Tage war abgefallen, mit Brest das erste große Etappenziel erreicht. Die nächtliche Ansteuerung über dem spiegelglatten Wasser des Rade de Brest war dank elektronischer Hilfe kinderleicht und ebenfalls ein optischer Genuss. Etwa 23:00 waren wir im Hafen fest, noch Zeit für einen Cidre in der nächsten Bar. Brest finde ich absolut sehenswert, mein Bordfahrrad erweist sich wieder einmal als wahrer Schatz. Übrigens empfehle ich, den neuen Stadthafen anzulaufen. Man ist nahe an der Innenstadt, die Anlage ist in keiner Weise zu beanstanden und die Staff-Crew ist die freundlichste und hilfsbereiteste, die ich bisher auf meiner ganzen Reise erlebt habe.

Gestern abend gab's Fernsehen, eine Aufzeichnung des Films 'Die Frau des Leuchtturmwärters' auf meinem Laptop. Ratet mal, um welchen Leuchtturm es dabei ging. Das passte jedenfalls, wie die Faust auf's Auge. Nebenbei auch ein sehenswerter Film.

Wenn die Wettervorhersage so bleibt, wie im Moment, werden wir wohl Donnerstag zum großen Sprung ansetzen und uns hoffentlich am Sonntag in Spanien wiederfinden.

 

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