wo wir in Oostende an dem bisher teuersten Liegeplatz unserer Reise festgemacht haben.
Aber nochmal zurück nach Harlingen (oh Gott, ist das lange her). Dort hatten wir ja einen etwas längeren Reparaturstop (der Sparrow), leider war ich zu faul, die Zeit dafür zu nutzen, weitere aufgeschobene Arbeiten an der Frigga zu erledigen. Das Wetter war gut, das Städtchen sehr nett, und außerdem musste ich ja den letzten Bericht verfassen und online stellen. Das macht zugegebenermaßen mehr Spaß, als Arbeiten am Boot. Man lag im sehr engen Stadthafen wieder mal im Päckchen, und so lernte ich Kristiane und Thomas kennen, ein sehr nettes Paar mit einem schönen Boot aus der selben Werft wie die Frigga, anzuschauen unter www.sy-asgaard.de. Ich wurde zu einem leckeren Essen an Bord der Asgaard eingeladen, mit guten Tipps für die anstehende Staandemastroute und zum Abschied mit einem Glücksbringer und typisch holländischen Kaffeebonbons versorgt.


Für uns ging es einen Tag später wieder auf eine Mammut-Tour, Harlingen - Amsterdam, Durchquerung zweier Meere an einem Tag. Während das Ijsselmeer mit herrlichstem Segelwetter aufwartete, mein Windpilot mich ohne Beanstandung stundenlang durch die Gegend kutschierte, so dass ich lesen, kochen und auf dem Vorschiff sitzen konnte, war es nach der Schleusung ins Markermeer wie abgeschnitten. Motoren bis Amsterdam, Ankunft 23:00 Uhr. 


Zu spät leider, um sich noch für den Konvoi durch die Stadt anmelden zu können. Das muss ich erklären: Da in Amsterdam natürlich an normalen Werktagen nicht dauernd die Brücken für irgendwelche Segler geöffnet werden können, hat man sich ausgedacht, alle, die die Stadt auf der Staandemastroute durchqueren wollen zusammenzufassen und nachts, wenn auf den Straßen nichts mehr los ist im Konvoi hindurchzuschleusen. Dazu trifft man sich an der ersten Brücke, meldet sich dort an (bis 22:00 Uhr) und fährt durch diese noch hindurch, um in dem dahinter liegenden Kanalabschnitt auf den Start um 02:00 zu warten.
Auf diese Weise kamen wir noch zu einem Tag Urlaub in Amsterdam. Das war gar nicht so schlecht, mit meinem Bordfahrrad konnte ich die Zeit gut nutzen.

Wenn dann der ganze Pulk loszieht, wird's für Vegasegler ohne Hilfsruder ganz schön stressig. Einhand ist das 'ne echte Zumutung. Stop and Go - Verkehr, das Boot auf der Stelle halten, extrem langsam fahren, ohne vom Seitenwind auf den Nachbarn geschoben oder gedreht zu werden, Vegasegler wissen vermutlich, was ich meine. 

Nach etwa zwei Stunden ließen wir die Stadt hinter uns, weil aber das Wetter passte und alle anderen auch weiterfuhren, wollten auch wir an dem Tag so weit wie möglich kommen. 
Es wurde spät, dafür landeten wir in Willemstad, von dort aus war Vlissingen locker an einem weiteren Tag zu schaffen. Allerdings kommt hier schon wieder die Tide ins Spiel. Heisst also, nach diesem langen Tag (etwa 20 Stunden motort) um vier Uhr wieder aufstehen, um sich vom ablaufenden Wasser schieben zu lassen.
Wiederum Wind aus der falschen Richtung, wenn auch sehr wenig, also wieder zuviel Motorfahrt, zu wenig Segeln. Dafür Sightseeing, jede Menge guter Architektur an den Ufern. 

In Vlissingen sollte das Kapitel Binnenfahrt dann endlich geschlossen werden.
Aber nicht das Kapitel Motorfahrt. Während die Sparrow-Crew sich entschloss, auch den Donnerstag noch in Vlissingen zu verbringen, wollte ich auch bei absoluter Flaute wieder ein Stück weiter kommen. Die Nordsee präsentierte sich, wie eine gebügelte Tischdecke, der Motor lief mit niedriger Drehzahl, da uns die Tidenströmung auf sieben Knoten beschleunigte. 
Mittags um zwei machten wir im Yachthafen des Royal Northsea Yachtclub fest.












