Genau wie ich war auch Michael, der Skipper der "Pantagruel" darauf aus, hier in Antigua die Rennen der klassischen Yachten, besonders die unter Beteiligung der legendären "J-Klasse" möglichst hautnah mitzuerleben. Ich wusste also, dass ich die Panta hier wiedertreffen würde. Am Samstag war das Wetter saumäßig, es regnete den ganzen Tag. Für mich eine willkommene Gelegenheit, in Ruhe an meinem Buch weiter zu schreiben. Plötzlich schießt ein Dingi aus dem Regenschleier auf die Frigga zu, kommt längsseits und Michael entert das Cockpit. Nach kurzem Klönschnack stand die Verabredung für den Abend. Die Pantagruel ankerte in "Nelson's Dockyard"
, ich würde sie am Abend dort besuchen und Michaels neue Crew kennenlernen. Aus dem einfachen Plan entwickelte sich schließlich ein nettes kleines Abenteuer. Die Pantagruel hat zwei Dingis, davon ein Segeldingi ähnlich einem Optimisten. Skipper und Crew waren mit dem Schlauchbootdingi an Land gefahren und hatten dabei das zweite geschleppt, damit Michael unabhängig von der Crew, die einen größeren Tagesausflug unternahm wieder zurück auf sein Schiff konnte. Als wir uns dann in Nelson's Dockyard trafen, war die Crew mit dem Schlauchboot schon wieder an Bord, wir mussten also segeln. Zu dem Zeitpunkt, als Michael feststellte, dass er vergessen hatte, das Ruder, das Schwert und ein zweites Paddel ins Dingi zu legen, sprach uns ein anderer Segler an, der mit einer großen Schüssel Nudelsalat in der Hand irgendwo in der Bucht eine andere Yacht besuchen wollte. Er brauchte einen Lift, und so eierte kurze Zeit später ein winziges aber mit drei Skippern besetztes Segelboot durch die schon in nächtliches Dunkel getauchte Bucht. Wir erreichten unversehrt das Ziel unseres Anhalters, das sich als Nachbarboot der Pantagruel herausstellte und nahmen dort an Bord einen kräftigen Drink und Nudelsalat zu uns, bevor wir schließlich auf die anderen trafen.
Bevor ich mich am nächsten Morgen mit Knut traf, einem Crewmitglied der Pantagruel, der mich nebst den Baguettes, die er fürs Frühstück geholt hatte übersetzte, hatte ich noch etwas Zeit für einen Rundgang durch die Marina. Ich wollte die Regattateilnehmer, die wir später in Aktion beobachten wollten noch einmal aus der Nähe betrachten.
Last sunday I joined the crew of the "Pantagruel", spent half of the day anchoring close to the races and sailed with them along the westcoast of Antigua to the deep bay. On Monday morning after breakfast I turned back to "Frigga" in Falmouth Harbour by bus.
Die "Ranger", eine der drei "J-Klasse"-Yachten, die hier am Start waren nebst dem Begleitboot (vermutlich ist so ein Racer zum Wohnen nicht komfortabel genug)

Die "Velsheda", eine weitere "J-Klasse"-Yacht, wie auch die

"Hanuman", ehemals "Endeavour II", auch mit Begleitschiff (der Dreimaster dahinter)

Als die Rennen um 10:00 losgingen, hatten wir unser Frühstück auf der Pantagruel beendet und das Schiff rechtzeitig auf einen Ankerplatz zwischen der Startlinie und einem einladenden Strand verholt.

Da das Dingi bei dem herrschenden Seegang mit zwei Insassen überfordert gewesen wäre, fuhren Michael und ich abwechselnd damit an die "Rennbahn" heran, wenn es interessant wurde,

wie z. B. beim Start der Großen, hier zu sehen "Ranger", "Velsheda" und der Schoner "Windrose" kurz vor dem Überqueren der Startlinie

"Windrose" rundete nach der ersten Runde als erste die Tonne,


gefolgt von "Ranger" und "Velsheda"




während die Crew ihren karibischen Urlaubsfreuden frönte
...
bretterten ab und zu einzelne Teilnehmer der Regatta, die ihren Lauf beendet hatten auf dem Rückweg in die Marina greifbar nahe an uns vorbei

Gegen Mittag, nach dem letzten Zieleinlauf gingen wir Anker auf, ich blieb an Bord, um das kurze Stück an der Westküste entlang mitzusegeln. Für mich so etwas wie Urlaub vom Einhandsegeln.



Lars bemühte sich redlich, für Abwechslung auf dem Abendbrottisch zu sorgen,

gewann auch tatsächlich den Kampf gegen diesen armen Kerl,

leider stellte sich dann beim Blick ins Fachbuch heraus, dass es sich um eine Art handelte, auf deren Genuss man besser verzichten sollte, und so wanderte das Prachtexemplar dorthin zurück, wo es hergekommen war. Stattdessen gab es von Knut zubereitete Pizza, die kulinarisch gesehen eine mehr als akzeptable Alternative darstellte. Ein schöner Segeltag klang aus vor Anker in der "Deep Bay"...

Michael und Michael

Am nächsten Morgen übernahmen Knut und ich das Brötchenholen im einzigen Supermarkt der gar nicht so nahen Ortschaft,

und nach dem Frühstück verließ ich die Pantagruel in ihrem Urlaubsparadies,

um mit dem Bus zurückzufahren in die Falmouth Bay, zurück auf die Frigga.












