FRIGGA-live

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Guadeloupe

E-Mail Drucken PDF
Um ehrlich zu sein, nach Marie Galante bin ich hauptsächlich wegen des Rums gefahren, dort soll angeblich eine der besten Sorten der ganzen Karibik produziert werden. Erster Programmpunkt war also die Besichtigung einer Destillerie.

Dummerweise war aber zunächst Ostern, als ich im kleinen Fischereihafen in Grand-Bourg festmachte. Die österliche Tradition in dieser Region besteht darin, dass man sich die ganzen Feiertage über zum Picknicken am Strand versammelt. Hört sich ja so nicht schlecht an. Nur heißt das auch im Umkehrschluss, dass überall dort, wo kein Strand ist keine Menschenseele zu finden ist. Kein Laden hat offen, kein Restaurant, keine Bar, es fährt kein Bus, es gibt kein Fahrrad oder Motorroller zu leihen, abseits der Strände ist alles tot.

The Easter Days I spent at Marie Galante, an island  of the Guadeloupe archipelago. The inhabitants celebrate Easter with picknic at the beaches, so all restaurants, bars and shops were closed in these days. I had my own picknic with some cheese and baguette and celebrated my birthday that way on eastermonday.


Schade, dass ich vorher nicht daran gedacht hatte genug einzukaufen, ist ja auch nicht einfach ohne Kühlmöglichkeit.  Immerhin hatte ich noch ein Baguette und etwas Käse und konnte so mein eigenes kleines Picknick veranstalten.

Ich kann zwar kein Französisch, aber was auf diesem Schild steht kann ich mir ungefähr zusammenreimen

Meine Geburtstagsfeier am Ostermontag sah dann so aus

Nun hätte ich eigentlich ziemlich relaxed sein müssen, aber so einfach geht das nicht. Je näher ich dem Startpunkt zur nächsten Atlantiküberquerung komme, um so nervöser werde ich. Im Grunde habe ich schon gar keine Lust mehr auf weißen Strand und Palmen oder sonst welche touristische Attraktionen.

Aber die Destillerie musste noch sein, brauche ja auch ein paar Souveniers. Übrigens habe ich auf Marie Galante gute Erfahrungen mit dem Trampen gemacht, auch zu diesem Ausflugsziel kriegte ich gleich einen Lift, glücklicherweise, denn es fing kurz darauf stark zu regnen an.

I've had  heared, that on Marie Galante they produce some of the best rums in the caribbean. I wanted to have a look at that and visited a distillery.

Der ganze Betrieb wirkte ein bisschen unprofessionell, mehr wie ein Bauernhof mit Schwarzbrennerei in der Scheune, aber das Zeug schmeckt wirklich gut und hat auch schon reichlich Medaillen gekriegt.

In dieser Landschaft wächst der Rohstoff für den kostbaren Brand, das Zuckerrohr

Am Mittwoch hielt mich dann nichts mehr auf diesem durchaus charmanten Eiland. Ungeachtet des ungemütlichen Wetters setzte ich zur Hauptinsel Guadeloupe über. Es regnete wieder einmal, die See war ruppig, Windstärke ungefähr 6 - 7. Segeln in der EU eben. Nachmittags um drei lag Frigga in der Marina der Stadt Pointe-à-Pitre fest, der Wind ließ nach, die Sonne kam hervor. Obwohl es dadurch gleich wieder brütend heiß wurde, wollte ich den Rest des Nachmittages zu einem ersten Stadtrundgang nutzen. Viel Stadtbesichtigung kam dabei nicht heraus, der Anmarsch von der Marina aus durch die schmuddeligen Vorstadtbereiche kostete zuviel Zeit. Als starken Kontrast zu diesem städtischen Ambiente fand ich an der Pier der Kreuzfahrtschiffe überraschend die von Stardesigner Philippe Starck entworfene Megayacht "A".

Wednesday after easter I moved to the main island of Guadeloupe to Pointe-à-Pitre. On a walk through the city I spotted the megayacht "A", which was designed from Philippe Starck.

Leider war alles so gut eingezäunt, dass ich nicht so dicht ran kam, wie ich gerne gewollt hätte. Unten ist am Ende der Straße die alles überragende Kommandobrücke zu erkennen.

Bald hatte ich genug von solchen Ansichten, und da die Innenstadt auch nicht besonders einladend wirkte, trat ich den langen Rückweg an und beschloss, am Abend und am nächsten Tag die Annehmlichkeiten der Marina zu nutzen, d. h. die Zeit für die Pflege von Boot und Skipper aufzuwenden.

In dieser netten Gesellschaft ließ es sich gut skypen, emails abholen und die Webseite pflegen.

Auf Dauer ist mir so eine Marina zu teuer, mehr als zwei Nächte wollte ich mir dort nicht gönnen. Da ich mich entschlossen hatte, auf dem Weg nach Antigua die kurze Strecke durch Guadeloupe hindurch zu nehmen, musste ich mich nach den Brückenöffnungszeiten der beiden Brücken richten, die die beiden wie Schmetterlingsflügel zueinander liegenden Inselhälften verbinden. Sie werden nur einmal täglich außer Sonntags geöffnet, jeweils morgens um 5:00 Uhr.

Heute morgen noch vor dem Frühstück waren wir zur Stelle, und zusammen mit zwei anderen Yachten suchten wir unseren Weg durch die noch nächtlich finstere Mangrovenlandschaft in die nördliche Bucht des Schmetterlings. Kurz nach 9:00 fiel der Anker vor Port Louis, unserem Sprungbrett nach Antigua.

On Saturday I moved up north to Port Louis, the starting point to my next destination Antigua.

 

Affiliates