FRIGGA-live

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heimatliche Gewässer

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Mit dem Ende der IFR und damit meiner Abreise aus Hindeloopen begann etwas für mich völlig Ungewohntes. Plötzlich musste ich keine Selbstgespräche mehr führen und teilte seit dem Besuch meines Freundes Hansi in Lissabon nach Monaten wieder mein überschaubares Domizil mit einem Mitsegler. Michael hatte meine Reise im Internet verfolgt und freute sich nun darauf, einen kleinen Teil dieses Unternehmens miterleben zu können. Und ich genoss es, das Steuer nun auch mal unbesorgt aus der Hand geben zu können, denn Michael ist selbst ein erfahrener Segler.

Unser erstes Ziel war Terschelling. Nachdem wir Tide und Strom für den Törn richtig einkalkuliert hatten und auch das Wetter mitspielte, machten wir nach einem perfekten Segeltag im ziemlich überfüllten Yachthafen von Terschelling West fest.

Das kleine Städtchen war sehenswert, die Kibbelinge an einer Imbissbude auf der Hafenpromenade lecker, die exorbitanten Preise für einen Internetzugang abschreckend. Weiter ging es hinaus auf die Nordsee und durch die Nacht gen Osten. Im nächsten Hafen brauchte ich zum ersten Mal seit einem Jahr keine Gastlandflagge mehr: Norderney. Dank der kräftigen nächtlichen Halbwindbrise legten wir die 100,5 sm in nur knapp 21 Stunden zurück und fanden morgens um 9:00 im ebenfalls vollen Hafen ein Eckchen, in das die Frigga gerade so hinein passte. Lange hielten wir uns nicht auf, wir wollten lieber etwas mehr Zeit auf Helgoland verbringen.

Diese Etappe wurde bei hochsommerlichem Wetter mit schwachem Wind (zumindest für mich) zur Geduldsprobe. Das Kreuzen der Verkehrstrennungsgebiete und zeitweise Fahren gegen die Tidenströmung machte den stundenlangen Einsatz des „Perkins“ unumgänglich.

Ein segelfreier Tag mit Sightseeing, zollfreiem Einkauf und Café-Besuch bot danach eine willkommene Erholung. Bleibt man in diesem Hafen länger als eine Nacht, rückt man unweigerlich beim Liegen im Päckchen ein paar Positionen nach innen Richtung Steg. Dementsprechend machte die Frigga am Morgen unserer Abreise einen etwas eingequetschten Eindruck, denn hier gehen kaum einmal Boote längsseits, die gleichgroß oder kleiner sind.

Die Fahrt von Helgoland in die Elbe hinein verlief wiederum unter Zuhilfenahme der eisernen Genua, der Wind blieb den ganzen Tag über nahezu völlig aus. Bei der Berechnung von Tide und Strom hatten wir wieder alles richtig gemacht, hatten in der Elbe einen kräftigen Schiebestrom und erreichten Brunsbüttel zur vorhergesehenen Zeit. Bevor wir in den NOK einlaufen und den dortigen Kanalhafen ansteuern konnten erregten wir die Aufmerksamkeit der hiesigen Ordnungshüter, indem wir unverantwortlicherweise darauf verzichtet hatten, während des Querens des Fahrwassers unter Segel und Motor den vorgeschriebenen schwarzen Kegel zu setzen.

Meine Papiere wurden kontrolliert und meine zerfledderte und ausgeblichene Nationale beanstandet. Freundlicherweise beließen es die Beamten bei einer Ermahnung.

Die Schleuse zu passieren war zu zweit ein Kinderspiel

und kurz darauf hatten wir unseren Logenplatz unmittelbar neben den Schleusungen der großen Pötte. Immer wieder beeindruckend. Leider auch hier, wie auf Helgoland kein Hotspot weit und breit, keine Chance für einen neuen Webseitenbericht.

Der vorläufig letzte Fahrtag versetzte uns fast in einen Geschwindigkeitsrausch. Das mit auflaufendem Wasser bergauf fließende Elbwasser pushte die Anzeige auf dem GPS auf stattliche 9,5 kn über Grund. Besonders schön dabei, dass sich eine zweite Vega zu uns gesellte, die „Kenternix“ von Dieter und Elke, auch wenn ich zugeben muss, dass sie uns überholt haben.

In Wedel war Michaels Törn zuende, für mich habe ich eine einwöchige Pause für einen kurzen Heimaturlaub geplant, bevor es zurück in den NOK und anschließend in die Ostsee geht. Ein Grund für die Liegezeit in Wedel war die Möglichkeit, hier das Schiff trockenfallen zu lassen. Ich dachte, das Unterwasserschiff hätte zumindest eine grobe mechanische Reinigung dringend nötig, vor allem die Schraube, da wir unter Motor nur noch mit mageren 4 kn voran kamen. Was ich dann sah fand ich dann halb so schlimm.

Die Schraube ist jetzt wieder blank, der Binnenfahrt über Kanäle bis Braunschweig steht damit nicht mehr viel im Wege.

 

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