Es war mein erster Weg, als ich endlich wieder Land unter den Füßen hatte. Der zu einem Barbier nämlich, ich wollte mein Kinn wieder sehen. Darauf hatte ich mich seit Tagen gefreut. Auf Sint Maarten hatte ich mich das letzte Mal vorher rasiert und mir vorgenommen, es das nächste Mal auf der anderen Seite des Atlantik zu tun. Es fühlt sich fantastisch an. Vor allem der Gedanke, was ich mit dem Bart nun alles hinter mir gelassen habe. Alles das hier

Those unpleasant situations lay behind me, last tuesday I left the Atlantic Ocean and reached with the entrance into the English Channel „good old europe“ again.



hat nun ein Ende. Jetzt hier auf Guernsey vormittags nach zwölf Stunden Schlaf in der Sonne im Cockpit bei einem opulenten Frühstück zu sitzen ist wie Weihnachten und Ostern zusammen.
Die letzten beiden Seetage waren noch einmal ziemlich hart gewesen, auf andere Weise jedoch, als auf den Bildern zu sehen ist. Vor der Einfahrt in den Englischen Kanal hatte ich einen ziemlichen Bammel gehabt, da ich wusste, dass es dort auf Grund des Verkehrs unmöglich sein würde, zwischendurch mal ein Auge zuzudrücken. Darauf verzichten zu müssen würde nach zwei Wochen mit 20min-Schlafrhythmus noch wesentlich schwerer fallen, als am Anfang einer Fahrt. Etwas erschrocken musste ich feststellen, dass mein AIS aus unerfindlichen Gründen nur etwas über 2sm weit reichte. Damit ist es so gut wie wertlos. Auf diesem Bild müssten noch fünf bis sechs andere Schiffe zu sehen sein.

Das schöne Wetter erleichterte die Sache. Die Nacht von Montag auf Dienstag war sternenklar, relativ mild und der konstante Wind reichte gut für 5 Knoten Fahrt. Alles in allem also genussvolles Segeln. Danke Erika und Pfiff für die guten Wünsche in meinem Gästebuch, genauso ist es gekommen. Es war faszinierend und überhaupt nicht besorgniserregend, im Cockpit zu sitzen und die dicken Pötte zu beobachten, die manchmal fast zum Anfassen nahe an uns vorbei fuhren, da die Sicht hervorragend und damit alle Schiffsbewegungen gut kalkulierbar waren. Tagsüber nicht anders, das Wetter hielt sich gut.

Zu gut, denn der Wind schlief irgendwann morgens ein, als wir nur noch rund 60 Meilen vor uns hatten. Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich einen schweren Fehler gemacht hatte. Schon vor zwei Wochen war mir aufgefallen, dass die Starterbatterie offensichtlich ihren Geist aufgab. Die Anzeige auf dem Voltmeter fiel zusehends, obwohl kein Verbraucher dran hing. Sie fiel also für ihre einzige Aufgabe, den Anlasser zu versorgen komplett aus.
Nun hatte ich während der Nachtfahrt ziemlich viel Strom verbraucht, Laptop, AIS, Funk etc., die fette Bordbatterie hatte nur noch etwa 50% ihrer Kapazität und bei wenig Wind oder Flaute wird sie nicht geladen. Ich hätte also erstens sparsamer sein sollen, zweitens zwischendurch mal den Motor eine Weile laufen lassen, als noch genug Saft zum Starten da war, um den Windgenerator mit der Lichtmaschine zu unterstützen. Nun saß ich in der Flaute, sozusagen mitten auf der Autobahn, der Anlasser quälte sich genau drei Umdrehungen und erstarb dann. Eigentlich wollte ich am Abend im Hafen liegen, hatte mich schon auf eine heiße Dusche gefreut. Daraus wurde nun nichts. Den ganzen langen Tag dümpelten wir bei herrlichem Hochsommerwetter über eine nur leicht gekräuselte See. Die Strömung brachte uns immerhin so um die 13sm in die richtige Richtung voran. Gegen Abend kam ein leichter Wind auf und bis Mitternacht kamen noch etwas über 20 Meilen dazu. Die zweite Nachthälfte war dann toll. Der Wind reichte wieder für 4kn, die ruhige Fahrt unter einem gigantischen Sternenhimmel über das glatte Wasser, dazu Pink Floyds „Atom Heart Mother“ und „Dark Side of the Moon“ per MP3-Player im Ohr war mehr als Entschädigung für den Zeitverlust. Leider reichte der Wind nicht aus, um den Zustand der Batterie nennenswert zu verbessern. Mittwoch morgen verschwand der Wind abermals, Versuche, den Motor zu starten blieben erfolglos. Immerhin waren wir an der südwestlichen Ecke Guernseys angekommen, mussten nur noch etwa 8 Meilen die Südküste entlang, dann nach Norden abbiegen und eben noch das kurze Stück bis St. Peter Port zurücklegen. Der erste Teil zog sich von Sonnenaufgang bis Mittag hin, ich hatte ausgiebig Gelegenheit, die Südküste in Augenschein zu nehmen. Dann um die südöstliche Ecke rum, und plötzlich ging gar nichts mehr. Die Strömung war gegen uns, wir standen eine Weile auf der Stelle, fingen dann an, zurück zu treiben. Damit hatte ich die Faxen dicke. Per UKW meldete ich mich bei der Hafenbehörde an, schilderte meine Situation und bat darum abgeschleppt zu werden. Kurze Zeit später kam ein Arbeitsschiff mit sechs Mann Besatzung und setzte sich knapp vor Friggas Bug. Mir wurde ganz mulmig, als ich an die zu erwartenden Kosten dachte. 'Hättet Ihr's nicht ne Nummer kleiner gehabt?'
After the first night in the channel the windspeed decreased to almost zero. In that situation I realized, that my batterie was to low that I couldn't start the engine. So I needed another one and a half days for the last 60 miles. Close to the port of St. Peter Port I drifted backwards in consequence of the tidal stream. That was too much. I called the port control via vhf and asked for a boat to tow me in. No problem, a few minutes later they took me on their hook, the guys were very helpfull and friendly.
Das ganze Manöver wurde sehr professionell abgewickelt,


wenige Minuten später passierten wir die Hafeneinfahrt und sie übergaben mich einem der Hafenmeister, die mit ihren Booten den Yachten die Liegeplätze zuweisen. Relativ mühelos nahm er Frigga längsseits und bugsierte uns erst im Vorhafen an einen Wartesteg und später bei Hochwasser über die Barre in der Einfahrt zur Marina an den jetzigen Liegeplatz.

Auf meine zaghafte Frage nach den Kosten, die nun wohl auf mich zukämen schüttelte er den Kopf und meinte, dass ich damit nicht zu rechnen hätte. Glück gehabt, ich war begeistert.

Noch vor dem Bart fiel allmählich die ganze Anspannung der letzten zwei Wochen von mir ab.

Jetzt musste ich erstmal dringend das Vorschiff ausräumen, unterwegs hatte ich nicht die geringste Lust verspürt auch nur nachzuschauen, was die Sturmtage dort angerichtet hatten. Alles, was sich dort befunden hatte musste dringend an die Sonne zum Trocknen.

As a result of the stormy days everything inside my boat was wet and I am glad about the hot summerdays to get all the stuff dry. On friday evening I'll go on north, next destination is Boulogne sur Mer.
Am liebsten würde ich eine Woche hier bleiben, andererseits freue ich mich auch auf Hindeloopen. Das ist jetzt zwar nicht mehr weit, aber auch nicht gerade mal eben um die Ecke. Also morgen (Freitag) noch, dann geht’s weiter.
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