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Doch'n Buch!

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Aller Voraussicht nach als Hardcover mit Schutzumschlag, Umfang 308 Seiten, inklusive 48 Farb-, 40 Schwarz-Weiß-Fotos sowie 11 handgezeichneten Karten für 24,90 Euro. Wenn es soweit ist, werde ich hier selbstverständlich umgehend alle Infos wie ISBN-Nummer usw. angeben.

Das ebook ist mit 9,99 Euro etwas günstiger, wer diese Variante lieber mag, kann sofort anfangen zu lesen. Vorerst ausschließlich im pdf-Format kann man es bei onlinebuch.info herunterladen. Aufgrund der vielen eingearbeiteten Fotos und Zeichnungen (Karten) ist es sehr aufwändig, die Datei in ebook-Formate wie epub oder prc (für amazon Kindle) umzuwandeln. Ich arbeite daran. Sobald die Ergebnisse meinen Ansprüchen genügen, werde ich auch dies an dieser Stelle bekannt machen.

Ich freue mich schon auf ganz viele Kunden und entsprechende Resonanz in meinem Gästebuch...

download Nur_Atlantik.pdf

 

Leseprobe:

 

Donnerstag, 21. Januar. Also, das ist eindeutig das Schönste. Nachts bei wenig Welle unter klarem Sternenhimmel mit viel Speed unterwegs. Das Rauschen, gleichmäßig, wie bei einer Fahrt mit dem ICE, die schäumende Bugwelle mit dem Ebenbild des Sternenhimmels, den unzähligen Leuchtpunkten des phosphoreszierenden Planktons darin fliegt nur so an den Seiten vorbei. Darüber, Ruhe und Erhabenheit ausstrahlend, das Panorama der Ewigkeit. Eigentlich bin ich müde, sehr müde. Aber es ist ein Geschenk, wenn wir mal ruhig dahingleiten, mal nicht gebeutelt werden. Außerdem habe ich Hunger. Ich esse Cracker mit Schmelzkäse und trinke dazu Pfirsich/Traubensaft. In dieser Nacht geht es mir gut. Ich lebe förmlich auf, alle Zweifel sind verflogen. Nein, nicht alle, meine Entscheidung zur Umkehr bleibt. Die Atlantikrundreise ist beschlossene Sache, aber jetzt bin ich zufrieden damit. Alles ist gut so wie es ist, es gelingt mir, völlig eins zu sein mit meiner Gegenwart, ein seltenes Glück.

Am Tag dann erledige ich meinen Papierkram. Draußen zieht sich der Himmel zu, die See wird wieder kabbeliger, der Alltag ist zurück.

Freitag, 22. Januar. Heute ist mir ein frisch aufgebrühter Becher Tee durch die Gegend geschossen, als ich für zwei Sekunden beide Hände brauchte, um den Teebeutel zu entsorgen, und hat mir den rechten Unterarm verbrüht. Ich bin völlig ausgerastet, habe herumgeschrien und geheult, weil ich glaubte, es keine Sekunde länger aushalten zu können. Nachdem ich schließlich die Zähne zusammengebissen und mir einen neuen Tee zubereitet hatte, ging es dann doch wieder weiter.

Samstag, 23. Januar, mittags. Am liebsten würde ich mich wieder hinlegen, aber ich zwinge mich, Tagebuch zu schreiben, etwas zu essen und auszureffen, damit wir vorankommen. Heute Morgen um halb fünf flog in einem Squall das Reff aus der Genua, die Reffleine ließ sich ohne Widerstand nach hinten ziehen, ohne dass sich am Vorsegel irgendetwas tat. Die Schot hatte ich natürlich als Erstes schon losgeworfen. Bei der Inspektion der Rollreffanlage am Vorstag stellte sich heraus, dass sich die Trommel drehte, ohne das Stag mitzunehmen. Als hätten sie sich verabredet, hatten sich alle vier Verbindungsschrauben verabschiedet, für mich ziemlich rätselhaft.

Passende Ersatzschrauben hatte ich schnell herausgesucht. Die Montage im Lichte der Stirnlampe, auf dem bockenden glitschigen Vorschiff knieend, war nicht ganz so einfach. Mich mit den Ellenbogen am Bugkorb abstützend, infolge der heftigen Schiffsbewegungen mal mit dem Knie gegen eine Klampe, mal mit dem Schienbein an die Ankerwinde krachend, durch Regen und überkommende Gischt permanent geduscht, musste ich die Trommel für die Reffleine auf dem Stag verschieben und verdrehen, bis die seitlichen Bohrungen passgenau über den Schraubenlöchern im Stag lagen, sie dann mit einer Hand in dieser Position halten, während ich mit der anderen Hand die Schrauben eindrehte. Zu dumm, das Paar Bohrungen auf der linken Seite sitzt nicht auf der gleichen Höhe wie das Paar auf der rechten Seite. Rechts erste Schraube drin, links kein Gewinde unter den Löchern zu sehen. Schraube nochmal raus, das Teil 180° gedreht, neuer Anlauf, erste Schraube sitzt, die anderen folgen dann schnell.

Eine dritte Hand, um mich selbst festzuhalten, fehlte mir aber immer noch. Geistesblitz: Wenn die Genua sich in voller Größe da draußen im Winde vergnügt, muss doch die Reffleine komplett aufgewickelt sein. Ist aber nur die Hälfte, war ja gerefft vorher und hinten im Cockpit ist sie noch auf der Klemme belegt ... Naja, irgendwann hatte ich es dann, war auch gar nicht so schlimm, der Regen war ja warm, die Luft hatte so um die 28 °C.

Das Erfolgserlebnis nach der gelungenen Prozedur war sehr befriedigend, auch wenn ich gleichzeitig durchnässt und völlig erschöpft war.

Sonntag, 24. Januar. Ausnahmsweise haben wir schwachen Wind, fast Flaute, dabei aber unverminderten Schwell. Die Genua rummst rhythmisch in die Schot, dabei kann ich mich auf nichts konzentrieren, egal, was ich anfange. Jedes Mal bebt das ganze Schiff und ich finde kein Rezept dagegen. Das tut richtig weh, ich kann nichts anderes denken. Ich möchte nur noch laut schreien, mir den ganzen Frust von der Seele schreien. Funktioniert bloß nicht, also lasse ich es bleiben. Außerdem ist es drückend heiß. Fast 40° C in der Kajüte, trotz Durchzug, wenn man den Lufthauch überhaupt so nennen kann. Ich werde gleich wahnsinnig. Der leiseste Luftzug fängt sich in der Genua, lässt das Tuch mit Gewalt nach vorne schießen, bis es jäh von Schot und Stag gebremst wird und seine Energie krachend über das Rigg in den Rumpf weiterleitet.

Bebend, die Verwindungen des Kunststoffs an die unter der Last ächzende, fast aufschreiende hölzerne Inneneinrichtung weitergebend, will der Rumpf dem Impuls folgen und den Druck in Fahrt umsetzen. Aber die Luft ist schon wieder raus aus dem Segel. Die Genua flappt zurück, die Wellen tun ein Übriges, das ganze Schiff neigt sich nach dem schwachen Luv, um den nächsten Schlag in Empfang zu nehmen. Unentwegt, Stunde um Stunde. Da soll man bei Verstand bleiben. Wenn jeder Schlag, der das Schiff erzittern lässt, einem selbst fast physisch spürbare Schmerzen bereitet. Wenn man mitleidet mit dem unschuldigen Material und doch nichts tun kann. Das Meer ringsum tut harmlos.

Scheinbar unbeteiligt. Eine unendliche gleichförmige Ebene, die den Schönwetterhimmel in betörendem Blau widerspiegelt. Nur wenn man genauer hinschaut, bemerkt man die Dünung. Als wenn der Ozean in einem stetigen Rhythmus atmet. Kaum fallen die kleinen Wellen auf, die das Atmen überlagern. Scheinbar keiner Ordnung folgend, laufen sie kreuz und quer über die wabernde Oberfläche. Verspielt, nicht ernst zu nehmen. Und doch sind sie es, die den Insassen eines kleinen Bootes zeigen, wer die Macht an diesem Ort hat.

 

 

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